15 Alben in 40 Jahren. Was würde uns erspart bleiben agierte das Musikbusiness auch so reduktionistisch und auf Qualität bedacht. Ein müßiger Gedankengang freilich, denn viele solche Originale wie JJ Cale kommen nicht allzu häufig vor. Mit "Roll On" jedenfalls veröffentlicht der Gitarrist und Sänger nach "nur" drei Jahren einen weiteren Meilenstein innerhalb des Cale'schen Kosmos.
Es dräut Ungemach heran. Modern Jazz-Master John Scofield
hat schon zahlreiche Berge bestiegen und diese vielfach mit Bravour gemeistert. Dem
Gitarristen mit eigener Sprache sind Gipfelsiege nichts Neues. Angeblich steckt
ja in jedem Saitenhero ein verschütt gegangener Blueser. Auf der Neuen von John
Scofield, "Piety Street" (Straße der Gläubigkeit), ist auch Einiges verschütt
gegangen. Vor allem für Bluespuristen.
Die Wüste lebt. Vor allem in der
musikalischen Gedankenwelt des Trompeters Nils Petter Molvaer. Obwohl eine Sahara-Doku
die Inspiration für das neue Album "Hamada" gewesen sein soll, in jedem Winkel
dieser CD steckt ein norwegischer Fjord, eine nordische Leichtigkeit, die
Flügel verleiht. Ein nicht für den Film geschriebener Soundtrack.
Wenn jemand wie der Liverpooler Wundermusiker Luke Jones alias Sheepy innerhalb
eines Jahres nicht weniger als drei Alben veröffentlicht, ist das mehr als
ungewöhnlich. Wenn dann auch noch jedes der Alben einfach großartig ist, ist es
fast schon beängstigend. Nadia Baha widmet sich an dieser Stelle seinen Alben "Say
Hello", "Wet the Whistle" und "Introvert".
Bereits ihr Debütalbum erreichte Platin in Peru, mit dem
Folgealbum "Afro" schaffte Novalima internationale Anerkennung, das neue
Album sollte den endgültigen Durchbruch bringen. Auf "Coba Coba" vermengen die
afro-peruanischen Musiker Dub Reggae, Salsa, Electronica, Afrobeat und
kubanischen Son in atemberaubender Weise.
Next Stop Chicago! Mit voller Kraft voraus schleudern Lil' Ed and The Blues Imperials auf "Full Tilt" ihren überzeugenden und druckvollen
Blues in die Welt hinaus. Langweilig wird einem dabei nie.
Aus Kuopio, einer Kleinstadt in Finnland, kommt die Sängerin
und Gitarristin Erja Lyytinen, die sich auf dem Album "Grip of the Blues" - dem
Titel entsprechend - voll und ganz dem Blues hingibt.
Aus Austin, Texas, kommt die Sängerin und Gitarristin Carolyn Wonderland, die mit ihrem zweiten Album "Miss Understood" ein elektrifiziertes Blues-Feuerwerk - und in jedem Fall ein besseres Album als das Cover Glauben machen schenkt - vorlegt.
Soul-Funk-Swamp-Blues-Rock von der ganz feinen Sorte hört
man auf dem wunderbaren Album "Orange Blossoms" von JJ Grey & Mofro. Ihre
Melange aus verschiedenen Musikstilen fügt sich letztendlich zu einem kompakten
eigenständigen Soundgefühl.
Eine der markantesten Blues-Stimmen der Gegenwart kann
Janiva Magness ihr Eigen nennen. Bestens nachzuhören auf dem feinen Album "What
Love Will Do", das mit 13 Liedern voll mit guten Blues-Neuigkeiten ist.
Mit einem ungewöhnlich starken Album wartet der leibliche
Sohn von Blues-Hero John Lee Hooker auf. "All Odds Against Me" besticht mit
zwölf Kompositionen von John Lee Hooker Jr. zwischen züngelndem Blues-Rock und
Old School Blues.
Die Erwartungshaltung war ja nicht gerade groß, als bekannt
wurde, dass U2 mit "No Line On The Horizon" ein neues Studio-Album
veröffentlichen werden. Zu groß war die Enttäuschung der letzten Alben.
Dotschy Reinhardt, die Jazz singende Enkelin von Django Reinhardt,
veröffentlicht mit "Suni" ein Album, das einen ähnlich hohen Überraschungswert
aufweist wie die x-te Wiederholung einer Columbo-Folge.
"Bildet Kurkapellen!", lautet die Parole von Bolschewistische
Kurkapelle Schwarz-Rot, deren Album "Kämpfe" in der Liederbestenliste
Deutschland zur CD des Monats gewählt wurde. Zu hören gibt es Lieder von Rio
Reiser, Ton Steine Scherben, Hanns Eisler und Bertolt Brecht.
Er war der quasi Architekt der Jazz Messengers von Art Blakey und avancierte als Solist, Komponist und
Arrangeur zu einem Musiker, der das romantische Potenzial von Hardbop
auszuloten wusste. Mit "New Time, New 'tet" und einem Best of-Album erscheinen
nun gleich zwei Tonträger vom 1929 in Philadelphia geborenen Benny Golson.
Eine der vielen großen Stimmen aus dem "Hitsville U.S.A.",
Gladys Knight, wird im Zuge des 50-Jahr-Jubiläums von Motown mit einer fein
zusammengestellten Kompilation gewürdigt und zu Recht wieder in Erinnerung
gebracht.
Filmmusik aus drei Jahrzehnten ist das musikalische Konzept von "At the Movies" des österreichischen Klangkörpers Velvet Elevator.
Mit "Because of you" legen die Sängerin AnneMarie Höller und der Gitarrist Mario Berger plus Band ein wunderbar entspanntes Soul-Jazz-Album vor, das sich vor den
schönsten Meereshorizonten verbeugt. Ein Album, vollgepackt mit der Leichtigkeit
des süßen Daseins. Live zu hören unter anderem am 17. April im Porgy & Bess.
Mit "Rewind That" und "Anthem" legte der junge Trompeter
Christian Scott zwei auffällige Studio-Alben vor, nun folgt mit "Live at
Newport" der dritte gelungene Streich.
"Planting a Tree Next To a Book" heißt das wunderbare neue Album von The Great Berholinis. Psychedelische Beatles Kuriosa trifft dabei auf Alternative World Aspects irgendwo zwischen greller Beharrlichkeit, exklusiven Avantgardismen und anderen gemütlich britischen Melodien.
Sie sind auf der Suche nach einem geeigneten quasi Soundtrack
zum Amtsantritt von Barack Obama? Bitte schön. Mit der Doppel-CD "A Change is
gonna come" ist man - mit einer grauslichen Ausnahme - bestens bedient.
Das Jahr 2009 ist ein gutes Jubiläumsjahr. Passend zum
Amtsantritt von Barack Obama als 44. Präsident der Vereinigten Staaten feiert das
Soul Label "Motown Records" sein 50-jähriges Bestehen. Zahlreiche Kompilationen
und Wiederveröffentlichungen stehen dabei im Rampenlicht, den Beginn macht die
feine 3-CD-Anthologie "Motown 50 - Yesterday-Today-Forever".
Mächtig Groove-orientiert und nur selten im Swing
beheimatet stellt sich mit Esperanza Spalding hierzulande eine junge Bassistin
vor, die in Übersee und Asien bereits große Begeisterung auslöst.
Zwei feine Veröffentlichungen aus Österreich gilt es noch für 2008 nachzutragen: "Black Air" von A Life A Song A Cigarette und "Crave" von GD Luxxe alias Gerhard Potuznik.
Unter Mitwirkung von Doris Windhager und Adula Ibn Quadr vertonte der Wiener Liedermacher Georg Siegl Texte von Theodor Kramer. "Man kann in seinen Texten", so Siegl, "das brackige Wasser der Donau riechen". Und: "Theodor Kramers Liebesgedichte gehören zum am meist tiefgehenden, das in unserer Sprache je veröffentlicht wurde."
Sehnsuchtserfüllung ist der rote Faden der zu Gehör
gebrachten Darbietung auf der Doppel-CD "Statt zu spielen" von Michael Heltau und
die Wiener Theatermusiker. Ein Live Mitschnitt aus dem Wiener Burgtheater, der
die Phantasie spürbar macht.
Die Aufnahmen auf der Weihnachts-Kompilation "Snow on Christmas" stammen aus den Jahren 1953 bis 1975, zusammengetragen aus raren EPs und Weihnachts-Singles, sowie aus dem Album "Christmas with Hank Snow" aus dem Jahr 1967.
Erst eins, dann zwei, dann drei, dann vier, dann liegt das Christkind vor der Tür! - … Drei Weihnachts-Alben aus Österreich, die man einfach kennen muss und die man bereits als Klassiker ihres Genre bezeichnen kann: "Es wird scho" von Aniada a Noar, "Moment, der Christbaum brennt" von Roland Neuwirth Extremschrammeln und "Still" von Otto Lechner und Klaus Trabitsch.
Der Duisburger Songwriter Danny Dziuk zeigt mit dem Album
"Freche
Tattoos auf blutjungen Bankiers" erneut sein großes Potenzial große Melodien mit wertvollen Texten zu
verknüpfen.
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