|
Zugegeben, ich stand dem vorliegenden Tonträger zunächst
etwas misstrauisch gegenüber, aber das hat sich rasch gelegt. Michael Heltau legt
nämlich mit "Statt zu spielen" eine mehr als formidable Doppel-CD vor und das
hat mehrere Gründe. Einer davon ist das hervorragend eingestellte Ensemble "Die
Wiener Theatermusiker" rund um Tscho Theissing (Roland Neuwirth
Extremschrammeln, pago libre, Motus Quartett), der auch für die Arrangements
verantwortlich ist und gemeinsam mit Musikern wie Klaus Gesing (diverse
Saxofone und Bassklarinette), Lorenz Raab (Trompete) und Gabriela Mossyrsch
(Harfe) einfach großartiges leistet. Egal, ob Lieder von Charles Trenet oder
von Robert Stolz gespielt werden, die Wiener Theatermusiker bringen stets neue
Facetten ins Spiel und mit diesem grandios agierenden Ensemble im Rücken läuft
auch Michael Heltau zur Hochform auf. Er rezitiert und singt sich gewissermaßen
die Seele aus dem Leib. Heltau vermengt mühelos Zitate von Max Reinhardt,
Heinrich von Kleist, Bertolt Brecht, Charlie Chaplin und Arthur
Schnitzler mit altbekannten Liedern wie "Solang wir jung sind, Madame" von
Friedrich Hollaender, "Ein roter Luftballon" von Yves Gilbert und Serge Lama, "Joe"
von Gerard Jouannest und Jacques Brel bis hin zu "I am what I am" aus "La Cage aux
Folles" und "Geht's und verkauft's mei' G'wand" von Johann Strauß. Erstaunlich,
dass all dies nicht nur Platz findet, sondern auch in sich stimmig ist. So entstand
ein abwechslungsreiches und vor allem kurzweiliges Programm mit klugen
Übersetzungen von Loek Huisman und einem musikalischen Karussell, das sich
zwischen Chanson, Revue und Jazz bewegt. Eine der wohl positivsten
Überraschungen im Musikjahr 2008. (Manfred Horak)
CD-Tipp:
Michael Heltau und die Wiener Theatermusiker – Statt zu
spielen
{sus_amazon id=B001C9Z3DC&pid=kulturwoche-21}
Musik: @@@@@
Klang: @@@@
Label/Vertrieb: Preiser Records (2008)
|
|