An sich steht das Kürzel .BB ja für "Brass Band",
also für die Tradition des einst französischsprachigen Louisiana, am Mardi Gras
zu saufen und die Street Bands so richtig ins Gehörn blasen und auf die Pauke hauen
zu lassen. Diese Inspiration ist auf dem 8. Album "My Private Hadron" nur noch
punktuell vorhanden. Wie viel Party-Band in der wohl besten deutschen
kosmopolitisch groovenden Blaskapelle noch steckt erfährt man am 1.12. in der
Szene Wien.
Von "Stille Nacht" bis zum "Weihnachtskekse-Blues" führt Marko Simsa durch ein stimmungsvolles und abwechslungsreiches Weihnachts-Programm im sorgfältig aufbereiteten Buch und in der beigefügten CD.
Die beliebtesten Lieder zur Advent- und Weihnachtszeit sind in diesem Buch für die ganze Familie gesammelt und von Carola Holland in ihrem unnachahmlichen Stil illustriert. Alle Songs auf der beiliegenden CD wurden von den Musical-Stars Marjan Shaki und Lukas Perman mit Herbert Pichler am Klavier eingesungen.
Fünf Alben auf einen Streich sind nun von Cheap Trick – dem Bindeglied zwischen The Beatles und Nirvana - im schmucken Slipcase erhältlich: "Cheap Trick", "In Color", "Heaven Tonight", "All Shook Up" und "Next Position Please".
Nach gut anderthalb Jahrzehnten hat er es
nun also doch übers Herz gebracht: mit "Chinese Democracy" veröffentlicht Axl
Rose unter dem etwas irreführenden Bandnamen Guns N' Roses das seit Mitte der
1990er Jahre angekündigte, beinahe schon zu einem Running Gag verkommenen
Album. Von Markus Brandstetter.
Der Übervater der politisch ambitionierten intellektuellen
Liedermacherszene in Deutschland – Franz Josef Degenhardt - veröffentlicht mit
"Dreizehnbogen" weiterhin besonders wertvolle Musik. In dessen Fußstapfen tritt
sein Sohn Kai Degenhardt. Nachzuhören auf dem herausragenden Album "Weiter
draußen", das mit Liedern gegen die herrschende Klasse überzeugt.
Der junge Mann und das Klavier. Der in Innsbruck geborene
Martin Klein veröffentlicht mit "Songs for my Piano" ein berührendes und vor Kraft
strotzendes Debüt-Album.
Liedtexte von Jura Soyfer und H.C. Artmann sind das Zentrum vom Doppel-Album "Abendlieder" von und mit Sabina Hank und Willi Resetarits.
Wer immer schon wissen wollte wie World Music aus
Deutschland klingen könnte sollte sich rasch "Michels Gold" von Achim Reichel zulegen.
Die Sparks-Brüder, Ron und Russell Mael, veröffentlichen nach dem epischen "Hello Young Lovers" das mehr als würdige Nachfolge-Album "Exotic Creatures of the Deep", ihr bereits 22. Studioalbum.
Nach "Chávez Ravine" - der Latino-Enklave in L.A., die in den
1950er Jahren dem Football-Stadion der Dodgers weichen musste - und "My Name Is
Buddy" über den amerikanischen Spirit vergangener Tage, legt Ry Cooder nun also mit
"I, Flathead" Teil Drei der kalifornischen Trilogie vor. Wenn es einen Nobel-Preis
für Gitarre gäbe – Ry Cooder erhielte ihn spätestens für dieses Album.
Frisch aus den Archiven wurde "Struck by Lighning" vom
britischen Blues-Rocker Kim Simmonds gehoben. Simmonds begründete seinen ersten
Ruhm Mitte der 1960er Jahre mit der Blues Band Savoy Brown. In dieser Zeit
zählte er neben Eric Clapton, Mick Taylor und Peter Green zu den führenden
britischen Blues-Gitarristen.
Posaunist und Muschel-Bläser Werner Puntigam, Mbira-Spieler und Sänger Adam Chisvo aus Zimbabwe sowie Klaus Hollinetz an Electronics und Samples sind die Protagonisten von Mbirations, die mit "more of rural-urban chamber music" ein neues hervorragendes und ungewöhnliches Album veröffentlichen.
Der nächste geniale Streich von Rainald Grebe und die Kapelle der Versöhnung setzt die Zeitmaschine ins Jahr 1968 in Bewegung. Wie vom komödiantischen Sänger gewohnt ist es eine Tour de Farce zwischen Intellektualismus und Dadaismus.
Die Orgel, die "Königin der Instrumente", trifft auf dem
ungewöhnlichen Album "Planxties & Airs - Portrait" von Ulrike und Claus von
Weiß auf die im Vergleich dazu archaisch anmutenden (Low) Whistles. So groß die
Unterschiede auch sein mögen, so harmonisch und so unprätentiös effektvoll
kommen die Stücke rüber.
1978, als die Liedermacherszene nicht gerade am Höhepunkt
ihrer Anerkennung war, tauchte Steve Forbert in der Musiklandschaft auf und
schaffte es dennoch als ein möglicher Nachfolger von Bob Dylan und als "Huck
Finn mit Stratocaster" Aufmerksamkeit zu erregen. 30 Jahre und etliche Alben
später gelingt ihm mit "Strange Names & New Sensations" erneut ein
wunderbares Stück Musik.
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