Nach 18 Jahren Bandgeschichte sind bei dem einen oder anderen 'Blumentopf' schon ein paar graue Haare dazugekommen, aber das heißt nicht, dass sich auch auf der Bühne altersbedingte Ermüdungserscheinungen breit machen, wie man am 17. 10. 2010 live im WUK feststellen konnte.
Auch wer dem Jazz nicht den größten Teil seiner Platten- oder MP3-Sammlung gewidmet hat, wird seine Musik schon gehört haben. Michael Gibbs ist ein englisches Urgestein der Komponisten- und Arrangeursgilde und hat international für Stars auch in populäreren Gattungen geschrieben, darunter Whitney Houston und Peter Gabriel. Mit dem UAJO gastierte er im Porgy & Bess.
Die späte Österreich-Premiere der "Duchess of Coolsville" am 1. September 2010 im Porgy & Bess entpuppte sich als wahres Fest für ihre treuen Fans.
Als Allan Harris mit seiner Band in der Staatsoper den Abend für Al Green eröffnete, stahl er dem Hauptakteur schon beinahe die Show. Stehende Ovationen für eine Vorgruppe sind nicht an der Tagesordnung, ebenso wenig wie Menschen, die Kugelschreiber beim Nachbarn ausborgen, um sich Musikernamen zu notieren. Beides war zu sehen beim Auftritt des amerikanischen Universal-Quintetts. Das Jazzland stillte die Lust auf Mehr.
Wie stellt man sich einen amerikanischen Prediger vor? Enthusiastisch, positiv, überzeugend. So weit, so streitbar. Wenn er aber noch singen kann und seine Band dabei hat und mehr fleischliche Nächstenliebe postuliert als Genügsamkeit so findet er wohl immer eine dankbare Gemeinde. Ganz egal ob unter Un-, Schwach- oder Gutgläubigen.
Im Rahmen des Jazzfestes wurde dem Wiener Publikum die gemeinhin wohl eher als Disko-Soul-Sängerin bekannte Künstlerin Randy Crawford präsentiert. Dass sie das nicht ist, hat vielleicht den einen oder anderen enttäuscht. Für eine Enttäuschung gab es aber auch andere Gründe.
Der "Modfather" rief, und alle kamen. Die legendäre Royal Albert Hall war fünf Nächte lang ausverkauft, dort spielte Paul Weller mit einer unvergleichlich guten Band im Rücken in der Form seines Lebens. Aus London berichtet Dietmar Haslinger.
Amerikanischer HipHop lebt vom Chillen, Schimpfen und bouncigen Beats. Chillig war es auch am verregneten Dienstagabend des 1. Juni 2010 im Wiener Gasometer. Selbst als die kalifornische Rapgruppe Cypress Hill früher als erwartet - sie sind ja auch nicht mehr die jüngsten - die Bühne betraten, kam nicht wirklich Stimmung auf.
Dass Bob Dylan seine Songs in ein paar Minuten geschrieben hat ärgert ihn. Doch tröstet er sich damit, dass Leonard Cohen länger braucht. Jack Dishel aka Only Son scheint mit seinen bergkristallklaren Augen und der Lockenmähne den Telecaster wummernden 70ern entstiegen. Aus New York berichtet Denise Riedlinger.
Eigentlich glaubte man, dem Jamie Cullum-Publikum könne ein Konzert im Stehen zugetraut werden. Aber dafür ist es mittlerweile wohl zu breit, sprich, im Altersaufbau heterogen. Diesem Umstand wurde am 30. Mai 2010 im restlos ausverkauften, bestuhlten, Austria Center Tribut gezollt.
Die Wiener Band Novi Sad feierte ihr 20-jähriges Jubiläum im Chelsea - dort, wo auch ihr erster Auftritt stattfand. Geboten wurde ein Querschnitt ihres bisherigen Schaffens, und diese Mischung zeigte nicht nur sehr gut den Werdegang der Band, sondern auch, dass ihre frühen Lieder nichts an Reiz verloren.
"Tonjuwelen", der Titel des neuen Albums und der 25-Jahre-Jubiläumstour ist auf den ersten Blick ein echtes Astor-Kind: Klingt ähnlich wie ein geläufiges Wort, bedeutet aber etwas ganz anderes. Dieses Mal nicht ganz.
Suzanne Vega hat etwas von einer irischen Marlene Dietrich. "Marlena on the Wall" war nicht umsonst eine Hommage an die feminine, doch erotische unabhängige Chanteuse. Zeitlosigkeit ist ein wichtiges Wort, um die immer noch in ihrer Geburtsstadt New York lebende Songstress und Dichterin zu beschreiben. Auf Twitter schrieb sie kürzlich, sie habe sich die Stöckelschuhe nach ihrem Auftritt gerne ausgezogen. Ein Bericht von US-Korrespondentin Denise Riedlinger (New York).
Der Hans Koller Preisträger von 1999 (Musiker des Jahres) und 2009 (CD des Jahres), Max Nagl, führt mit "Café Electric" durch die laszive Welt alter Stummfilme. Als Inspirationsquelle diente der gleichnamige im Jahr 1927 in Wien gedrehte Film mit Marlene Dietrich in der Hauptrolle. Nach längerer Zeit brachte der Saxofonist diese Collage aus Versatzstücken wieder einmal zur Aufführung.
"Herzlich willkommen im Badestadl!" So begrüßten Netnakisum am 25. März 2010 ihre Gäste auf dem Badeschiff im Rahmen der Jeunesse Wien und nahmen damit die Ironisierung des Genres "Volksmusik" gleich vorweg.
Solveig Slettahjell - würde man auf Wiens Straßen bitten, dieses Buchstabenkonglomerat vorzulesen, es gäbe unzählige Varianten. Slow Motion Orchestra, so der Name der Band, die die gebürtige Osloerin seit nunmehr neun Jahren begleitet, bietet da schon deutlich weniger Interpretationsspielraum. Nicht nur die Aussprache betreffend, auch die Aussage: Ohne Ironie ein aufrichtiges Etikett.
Sängerin Robin McKelle, die rothaarige Frau mit der rauchigen Stimme, gastierte am 22. März 2010 im Porgy & Bess und präsentierte dort ihr aktuelles Album "Mess Around".
Schwedische Balladen, Liebeslieder und Volkslieder aus dem hohen Norden von der schwedischen A Capella-Gruppe Kraja gab es im Rahmen der Jeunesse im Konzerthaus Wien (Mozartsaal) zu hören.
Am 24. August 2008 starb Hansi Lang an einem Schlaganfall. Aus den Augen, aus dem Sinn? Nein. Damit die Erinnerung an den Sänger, der mit Liedern wie "Keine Angst" und "Ich spiele Leben" wie kein anderer das Lebensgefühl der späten 70 und frühen 80er Jahre in Wien beschrieb, lebendig bleibt, haben Birgit Denk, Martin Klein und Fabian Burstein das Tribute-Programm "Kind Ohne Zeit" gestaltet.
Manchmal - wie z.B. bei "Die Blume von Hawaii" von Paul Abraham unter der Regie von Helmut Baumann - könnte man meinen, das Genre Operette gäbe es gar nicht mehr, diese leichtfüßige, spielerische und stimmlich doch so anspruchsvolle Bühnengattung scheint dem Untergang geweiht zu sein.
Mit großer Spannung wurde die Präsentation von "Orchestrion", dem neuen Album vom vielfachen Grammy-Gewinner Pat Metheny erwartet, der mit seinen Gitarren und einem Wunderwerk an mechanischen Orchester am 25. Februar 2010 im Wiener Konzerthaus gastierte.
Mit Spontaneität, witzigen Anekdoten und einer spielfreudigen Band hat Joan Baez bei Ihrem Auftritt in der Wiener Stadthalle (Halle F) gezeigt, wie man als Legende in Würde altern kann.
Neun Jahre alt war sie, als sie zum ersten Mal aus Russland raus, in eine andere Stadt kam. Zwanzig Jahre später besuchte die mittlerweile renommierte Musikerin diese Stadt wieder und verzauberte sie mit ihrer einzigartigen Stimme und verrückten Klavier-Kompositionen: Regina Spektor gastierte am 16. Dezember 2009 live im Wiener Gasometer.
Die große Orgel in der Benediktinerabtei zu den Schotten sei
bestens "geeignet für die französische Orgelliteratur", meinte der
Pfarrer des Schottenstiftes P. Nikolaus Poch OSB nach dem Adventkonzert am 10.
Dezember 2009, das zugleich den Abschluss des Orgelfestivals "Dialogues Mystiques 2009" bildete.
Als der Herbstnebel die letzten Spätsommerstrahlen
vertrieben hat, waren Dota & Uta in der Kulisse zu Gast. Was 2008
im Theater am Spittelberg für ein ursprünglich privates Maturafest begann, hat
sich zu einem ordentlichen Doppel entwickelt, das sie im Spätherbst 2009 auch in die Wiener Kulisse führte. Das nächste Konzert steht auch schon wieder vor der Tür: am 16. Dezember 2009 zeigt Uta Köbernick ihr Soloprogramm "Sonnenscheinwelt" im Kabarett Niedermair.
Die Qualitäten von George Benson als Gitarrist und Sänger
sind und bleiben unbestritten, da kann er noch so viele peinliche Konzerte wie
jenes am 29.11.2009 in der Wiener Stadthalle absolvieren.
Was passiert, wenn drei Giganten des Jazz sich wieder einmal zum geselligen Zusammenspiel formieren und also gemeinsame Sachen machen, hörte man beim Konzert der drei früheren Return to Forever Musikerfreunden Chick Corea (Klavier), Stanley Clarke (Kontrabass) und Lenny White (Schlagzeug) im Konzerthaus Wien.
Einer der unangefochtenen Könige der afrikanischen Musik, Baaba Maal aus dem
nord-senegalesischen Podor, gab am 31. 10. 2009 im Wiener Porgy & Bess mit
seiner vielköpfigen Band Daande Lenol ("Stimme des Volkes") eines seiner
ganz raren Österreich-Konzerte.
Einen "Unforgettable" Konzertabend bescherte Natalie Cole dem
Wiener Publikum am 25. Oktober 2009 im Konzerthaus. Einen unvergesslich
schlechten, nach Gnade rufenden.
Am 7. Oktober 2009 war es endlich soweit: Culcha
Candela, die Chartstürmer aus Berlin, rockten das Wiener Planet Music. "Schöne
neue Welt" heißt das aktuelle Album und der Tourname 2009 der aufstrebenden Musiker, und die
sympathischen Jungs machten die "schöne neue Welt" auch tatsächlich zum Programm.
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