Ortheils Roman ist die eindringliche Erzählung einer Biographie, die unter tragischen Vorzeichen beginnt und ihrem Protagonisten zwar ein großes Defizit mitgibt, aber gleichzeitig auch ganz besondere Fähigkeiten und nicht zuletzt eine außergewöhnliche Beziehung zu seinen Eltern.
Das Wollschaf trotzt dem Schicksal und überlässt es anderen, sich darin zu verstricken. Auch Lorenz Mohn würde das Stricken an der Zukunft lieber seinen Kundinnen im frisch eröffneten Kurzwarenladen überlassen. Dort hat der ehemalige Märchenonkel der Sexualität sein Leben auf eine seriöse handwerkliche Basis gestellt und die Liebe seines Lebens in Gestalt der wasserblauen Sera Bilten gefunden. Ein kleines Idyll unter dem lautverschobenen Pluto Mond "Nix". Hätte man Lorenz nicht eine Leiche unters Bett geschoben. Und hätte er für das Gründungsdarlehen nicht versprochen ein Leben zu retten.
Lydia Mischkulnig schreibt neun Heimsuchungen und macht damit nicht die Welt besser, aber sich selbst und damit alles. Das ist amüsant, böse ohne gemein zu sein, und auch sehr schön. Die Schönheit aber wird brüchig so wie überhaupt alles in seiner Fragilität vorgeführt. Abschied, Mutterrolle, Literaturbetrieb, jede erzählte Wirklichkeit hat ihre Sprünge, weil sie auf ganz bestimmten Übereinkünften beruht. Eine Heimsuchung ist, wenn diese wanken. Dann sieht man wieder schärfer. Gegen die Abgestumpftheit.
Die Internationale Buchmesse Wien findet zwischen 12. und 15. November 2009 in der Wien Messe statt. Präsentiert werden dabei eine Vielzahl an Verlagen und ihre Autoren, und freilich gibt es auch jede Menge Rahmenprogramme, von Diskussionen und Workshops bis hin zu Lesungen.
Der Falter nennt ihn den "führenden Satiriker Bulgariens", der Residenz-Verlag vergleicht ihn mit Monty Python. Auch Alek Popovs Erzählungen leben von der Kunst der Übertreibung. In sympathisch unschuldigen Tonfall wird mit den Unverfrorenen und Größenwahnsinnigen abgerechnet. "Absurdität ist Energie", sagt der Autor. Energie, die das Leben erträglich macht.
Adolf Frohner wird zu den bedeutendsten Künstlern Österreichs nach 1945 gezählt. Die im Herbst 2009 im Christian Brandstätter Verlag erschienene Monographie soll ein Bild der facettenreichen Persönlichkeit des Künstlers und seines umfangreichen Werks entwerfen. Ein schwieriges Unterfangen bei einem, der immer auf der Suche war. Dessen Neugierde, dessen Bestreben und Verlangen sich immer neu auszudrücken, die Welt immer neu zu bebildern, abzubilden, aufzuzeigen, sein gesamtes Lebenswerk prägte.
Der Weltuntergang kommt ganz bestimmt. Und was so gewaltig ist, kann man auch nicht aufhalten. Deshalb zählt Timothy Carter in 30 Kapiteln den Countdown zum Tag X. Der einzige, der das bemerkt ist ein kleiner Junge namens Vincent Drear. Der versucht nun nicht nur seine eigene Haut, sondern die der ganzen Menschheit zu retten und begegnet dabei den üblichen Fantasy-Gestalten (Elfen, Feen, Centauren) und ein paar Dämonen.
Im Werkraumtheater Graz wurde am 1. November 2009 den Toten auf literarische Weise gedacht. In der Lesung "reden an die toten" von Mathias Grilj lauschte man in intimem, stillem Rahmen sieben Nekrologen und einem tröstenden Abschlusstext, musikalisch untermalt vom Sohn des Autors, Paul Grilj.
Christian Y. Schmidt hat seine China-Kolumnen aus taz und Titanic überarbeitet und als kleinen Lehrgang von der Vorschule bis zum großen China-Abitur aufgebaut. Sie können jederzeit eine Klasse überspringen ohne dass jemand ihre Eltern verständigt, nehmen damit aber schwere Defizite im nützlichen Angeberwissen über "Übungs-China" (Singapur), "China" und "Spaß-China" (Hongkong) in Kauf.
Ruth Moschner wurde dort sozialisiert, wo sich die Welt noch mit Lockenwicklern retten lässt - im deutschen Privatfernsehen. Den hysterischen Alltag hinter den Kulissen einer täglichen Talk-Show kombiniert sie mit einer Langzeitbeziehungskrise.
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