Wohin führt wohl dieses Jahr die Reise? Welche lyrischen Elemente und Erfahrungswerte werden aufgegriffen? Das Programm der Wiener Festwochen 2009 ist ein Konglomerat aus einer Vielzahl an Spannungsbögen innerhalb des Gesamtkonzepts und verspricht die großen Gefühle dieser Welt, musikalisch wie dramaturgisch, inszeniert wie installiert. Ein Spektakel, frei nach dem Motto: Noch größer, noch wuchtiger, noch lebendiger.
Willi Resetarits über die Eröffnung
Philippe Boesman und Stéphane Lissner über das Musikprogramm
Stefanie Carp, Christoph Marthaler und Schorsch Kamerun über das Schauspielprogramm
Gezeigt werden insgesamt 39 Produktionen aus 27 Ländern in 184 Vorstellungen, darunter Eigenproduktionen wie "Dido and Aeneas", "Asian Village" und "Bei aller Vorsicht!", aber auch 14 Koproduktionen wie u.a. "Yvonne, princesse de Bourgogne", "Ich bin ganz wo anders", "Soho Sounds" und "Stadt der Musik", sowie 21 Gastspiele wie z.B. "I went to the house but did not enter". Es ist ein Zusammenprallen von Lust und Sehnsucht nach Transformation, ein musikalisches Gipfeltreffen, das sich im Phantomschmerz der Großstädte bündelt und ein Kräftemessen dramatischer Traumwelten mit all seinen Bedrohungen und psychologisierenden Behandlungen. Eine historische und stilistische Nabelschau am Puls der Zeit, oder, wenn das Scheitern gelingt, einfach nur zeitgeistig. //
Podcast-Produktion: Manfred Horak
Fotos: Wiener Festwochen
Mit Opulenz und Farbenpracht, Glamour, Glanz und stilprägender Mode im 18. Jahrhundert wartet der Kinofilm "Die Herzogin" von Regisseur Saul Dibb mit Keira Knightley, Ralph Fiennes und Charlotte Rampling auf. Im Mittelpunkt steht die unglückliche Ehe von Georgiana Spencer, Vorfahrin von Lady Di.
Keira Knightley, Ralph Fiennes und Charlotte Rampling sprechen im Interview über Georgiana und den Herzog, über die Beziehung von Georgiana und ihrer Mutter, über das Drehbuch und ihre Rollen, über die Dreharbeiten an Originalschauplätzen bis hin zur gesellschaftlichen und politischen Rolle von Georgiana, sowie über die Parallelen von Georgiana und Lady Diana Spencer. //
Interview und Text: Manfred Horak
Fotos: © Filmladen Filmverleih
Es geht darum, dass man der Welt mit einem gewissen Humor begegnet.
Im Steirisch/Deutsch/Englisch/Spanisch/Polnisch-sprachigen, also 5-sprachigen, Kinofilm "Contact High" von Regisseur Michael Glawogger, der auch gemeinsam mit Michael Ostrowski das Drehbuch schrieb, in "Contact High" also, geht es um eine Tasche.
Hans Wurst (Raimund Wallisch) und Max Durst (Michael Ostrowski) basteln an ihrer Karriere als Buffetmagnaten, der Kleinkriminelle Schorsch (Georg Friedrich) will eigentlich nur Autorennen schauen, was Mao (Pia Hierzegger) eigentlich könnte, müsste sie nicht auf die Tochter einer Freundin aufpassen, während Harry (Detlev Buck) sich am liebsten mit seinen blonden Mechanikern vergnügen würde. Aber Carlos (Jeremy Strong) Tasche macht allen ein Strich durch die Rechnung. Bald fliegen sie durch polnische Nächte, sehen Hunde, Schweine und Schwertfische und wundern sich, als sie einen Schaffner sagen hören: "Nächste Haltestelle: Drogomysel!" Michael Glawogger, Michael Ostrowski und Raimund Wallisch erläutern Peter Krobath die Querverbindungen zwischen Drogenkonsum, Slapstick-Komödien, Alice im Wunderland, Louis de Funes und Reisen, die in die falsche Richtung führen und trotzdem richtig enden. //
Podcast-Produktion: Manfred Horak
Fotos: © Luna Filmverleih; © Lotus-Film/BojeBuck/Lukasz Niewiadomski
Das Upper Austrian Jazz Orchestra erarbeitete sich nach dem Thomas Bernhard Programm ein weiteres Projekt, welches mit literarischen Themen arbeitet, diesmal allerdings mit zeitgenössischen Autoren. Christian Maurer vom UAJO und Autor Gerhard Ruiss erzählten im Interview über das Zustandekommen von "Song - Song oder 7 Musen und 4 Laster".
Die Filmmusik zum Kinofilm "Der Knochenmann", zur ZDF-TV-Reihe Bella Block und zum Dokumentarfilm "Die Hochstapler" stand im Zentrum der Podiumsdiskussion mit den Musikern Wolfgang Schlögl (Foto) von Sofa Surfers, Karim-Sebastian Elias und Dieter Schleip in der Donauuniversität Krems.
Teil 1: Wolfgang Schlögl
Teil 2: Karim-Sebastian Elias
Teil 3: Dieter Schleip
Drei Komponisten, drei Filme, drei Formate, oder: Komponieren für Fernseh-, Kino- und Dokumentarfilme war das Thema von EU XXL Forum: FilmMusik am 6. 3. 2009 im Audimax der Donauuniversität Krems. Zur Debatte standen die Filme "Weiße Nächte" aus der ZDF-TV-Reihe Bella Block mit der Filmmusik von Karim-Sebastian Elias, der Dokumentarfilm "Die Hochstapler" samt dazugehörender Musik von Dieter Schleip, sowie der Kinofilm Der Knochenmann und dem Soundtrack von Sofa Surfers. Für die österreichische Band Sofa Surfers saß Wolfgang Schlögl am Podium. Der Journalist Mike Beilfuß führte durch die Diskussion und erläuterte gemeinsam mit den Komponisten Zugang und Interferenzen an der Schnittstelle Regie und Musik. Konzept: Andrea Huemer. //
Podcast-Produktion: Manfred Horak
Wir hätten uns ja auch beim Gulasch essen treffen können. War aber nicht so. Josef Hader stand jedenfalls für ein ausführliches Interview bereit, schließlich ist schon wieder was passiert.
Teil 1: Josef Hader in "Der Knochenmann"
Teil 2: Josef Hader, der Kabarettist
Teil 3: Der Schreibprozess
Teil 4: Filmwirtschaft und Schrottprämien
Nach "Komm, süßer Tod" und "Silentium" ist "Der Knochenmann" die bereits dritte Verfilmung der Brenner Krimis von Wolf Haas. Die bisherige Krönung des Drehbuchteams Haas, Hader, Murnberger. Im Interview verfolgten wir einige unterschiedliche Spuren und Ansätze, auch weil wir durch die Braque-Ausstellung im BA Kunstforum Wien tänzelten und die Unterschiede und Gemeinsamkeiten von Bildender und Darstellender Kunst hinterfragten.
Zur Sprache kam natürlich auch sehr filmspezifisches, kabarettistisches, musikalisches. Und im Hinterkopf, ganz wichtig, war immer "Der Knochenmann". Ein super Film übrigens, um ein Lob in knapper Form auszusprechen. //
Text und Interview: Manfred Horak
Fotos: © Dor Filmproduktion/Petro Domenigg
Im Mittelpunkt des Interviews mit Mercedes Echerer steht das Festival EU XXL Filmschau, das zwischen 4. und 8. März seinen Schwerpunkt auf die Thematik Drehbuch bzw. Script legt und zudem mit Filmen aus Tschechien und Niederösterreich zwei regionale Schwerpunkte innerhalb der Filmschau setzt.
Teil 1
Teil 2
Teil 3
Ein Gespräch über die Wichtigkeit des Drehbuchs, über Filmförderung in Österreich und welche Möglichkeiten es innerhalb der EU gibt, bis hin zu dem was sich das Publikum vom Festival EU XXL Filmschau mitnehmen kann bzw. soll. Thematisiert wurde auch der überwältigende Erfolg des Independent Films bei der Oscar Verleihung 2009, die regionale Kulturnahversorgung und die Notwendigkeit einer Online Filmothek für den österreichischen Film.
Im Fokus von EU XXL Filmschau steht das Script, auf gut deutsch das Drehbuch - mit all seinen wahren Begebenheiten, Annäherungen an literarische und historische Vorlagen, individuellen und kollektiven Erinnerungen, familiären wie lokalen Abhängigkeiten, skurrilen wie heiteren Obsessionen. Zudem setzt das Festival weitere neue inhaltliche Akzente: "Territorium Niederösterreich" bringt Erzählungen auf die Leinwand, die auf ganz eigene Weise das Land verorten, sich frei bewegend durch kinematografische Regionen, von der suburbanen, paranoiden Umgebung der Großstadt bis zur verlassenen Grenzregion, von den einsamen, "magischen" Landschaften bis zu den "zukunftslosen" Kleinstädten. "Tschechische Blitzlichter" wiederum beleuchten das gegenwärtige kreative Schaffen von Autor/innen wie Miroslav Janek, Pavel Koutecký, Alice Nellis und Jan Švankmajer in unserem an eine überaus reiche Tradition der Filmproduktion anknüpfenden Nachbarland. //
Interview und Text: Manfred Horak
Foto: Ruth Ehrmann
"Neues vom Wienerlied" lautet der Untertitel der nun endlich auf DVD erhältlichen Doku "Herzausreisser" von Regisseurin Karin Berger. Ein Film, der sich ins Nachkriegs-Wien begibt und von dort den Weg des Wienerliedes der Gegenwart sucht und freilich auch findet.
Teil 1
Teil 2
Ein Gespräch über Zweck und Inhalt des Films "Herzausreisser", der nun auch endlich auf DVD im schmucken Digi-Pack mit einer Bonus-CD erhältlich ist, und über die Rolle vom Wiener Volksliedwerk. Gesprochen wurde natürlich auch über Künstler und Bands wie Doris Windhager, Walther Soyka, Roland Neuwirth, Die Strottern und Kollegium Kalksburg, die, wie kaum andere, das "Neue" im Wienerlied verkörpern.
Das Gespräch mit Regisseurin Karin Berger führte aber auch hinein in den Grenzbereich der Erträglichkeit des Wienerliedes - Stichwort Heinz Conrads - bis hin zu den unterschiedlichen Aspekten im Werk von Hermann Leopoldi. //
Interview und Text: Manfred Horak
Foto: © Polyfilm
Sabrina Reiter, die fulminant agierende Hauptdarstellerin von "In 3 Tagen bist du tot 2", spricht im Interview u. a. über ihre ganz persönlichen Lieblingsfilme und natürlich auch über den Erfolg des Horror Thrillers von Andreas Prochaska, sowie über die Anstrengung Gewaltszenen glaubwürdig umzusetzen und warum auf tirolerisches Lokalkolorit entschieden wurde.
Woody Allen erzählt über die Idee zu "Vicky Cristina Barcelona", über das Filmemachen in Europa, und er spricht über Scarlett Johansson, Penélope Cruz und Javier Bardem, sowie über die Chemie der vier Hauptdarsteller bei den Dreharbeiten. Penélope Cruz wiederum spricht über Woody Allen, über das Verhältnis von Mann und Frau in dem Film und freilich auch über ihre Rolle.
Wie so oft bei Woody Allen verläuft auch die Geschichte wie sie in Vicky Cristina Barcelona erzählt wird nicht auf einer geradlinigen Ebene, sondern lenkt immer wieder in überraschenden Seitenbahnen ab und begibt sich - auch dies ein wiederkehrendes Motiv in den Geschichten von Woody Allen - auf die Suche nach der Antwort zur Frage "Was ist richtig? Was ist falsch? Soll man seiner Vernunft folgen, oder seinem Herzen?" //
Interview und Text: Manfred Horak
Foto: © Filmladen Filmverleih
Annie Lennox, Vanessa da Mata, Milton Nascimento, Larry Goldings, Paulinho da Costa, Aimee Mann, Luciana Souza, Sergio Mendes, Melody Gardot, Larry Klein, Kurt Elling und noch einige mehr - die Gästeliste ist lang auf dem sehr gelungenen Album "Rio" vom deutschen Trompeter
IG Kultur Wien und IG freie Theaterarbeit wiederholen die Forderung nach einem runden Tisch aller zuständigen Politiker und Betroffenen und erstellten ein Lösungsmodell für Wien, das 9.000 freie Flächen beinhaltet, damit kleine Kulturinitiativen und Kulturveranstalter der tatsächliche Bedarf geboten wird und um die Wahrnehmung der kulturellen Vielfalt im öffentlichen Raum wieder zu ermöglichen.
Der Wiener Plakatstreit - die Geschichte einer politischen Lösungsverweigerung
Teil 1
Teil 2
"Es fehlt nicht an Lösungsvorschlägen", so Martin Just, Obmann der Interessengemeinschaft Kultur Wien, "es mangelt am politischen Willen der Stadt Wien, eine Lösung zu finden, mit der nicht nur der Gewista und der Kultur:Plakat GmbH gedient ist." In einer Pressekonferenz präsentierten daher IG Kultur Wien und IG Freie Theaterarbeit ein Lösungsmodell für Wien, nachzuhören in zwei Episoden. Zu hören sind Martin Just, Obmann der IG Kultur Wien und Marc Mathoi, Gründungsmitglied des Vereines Freies Plakat, sowie, in Episode Zwei, Dr. Peter Drössler, Stellvertretender Fachgruppenobmann der Fachgruppe Werbung und Marktkommunikation Wien. //
Aufzeichnung, Text und Podcast-ProduktioN: Manfred Horak
Foto: Privat
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