Franz Schubert steht im Zentrum der bei Paladino Music veröffentlichten Live-CD von Roland Krüger, einem Mitschnitt von einem Konzert in Hannover, und Franz Schubert war auch der Ausgangspunkt unseres Gesprächs, das wir im Rahmen vom Klassikmusikfestmühlviertel 2011 führten. //
Roland Krüger: Piano
Musik: @@@@@
Klang: @@@@@
Label/Vertrieb: Paladino Music
Interview: Manfred Horak
Good Vibes und jede Menge frische Jazz-Sounds dominieren das Album Minisawattack von Pianistin und Komponistin Julia Siedl. Mit Herwig Gradischnig, Uli Langthaler und Klemens Marktl stehen der Pianistin drei Spitzen-Jazzer zur Seite, die, im Verbund mit Siedl, ein homogenes Spiel aufziehen, dass es nur so eine Freude ist. Und zu erzählen hat Julia Siedl auch einiges. //
Julia Siedl Quartet: Minisawattack
Musik: @@@@@
Klang: @@@@
Label/Vertrieb: Barnette Records (2011)
Interview und Text: Manfred Horak
Foto: Julia Siedl Promo
Paladino Music have contracted one of the leading organ players in the Southern hemisphere: James Tibbles. On the CD "North German Baroque Organ Music" Mr. Tibbles plays music by Johann Sebastian Bach, Dietrich Buxtehude, Nicolaus Bruhns, Georg Böhm and Vincent Lübeck, performed on the monumental 'Jürgen Ahrend Organ' at the Monash University Melbourne, Australia. Manfred Horak met the musician in the Space Room between Vienna, Austria and Auckland, New Zealand. //
CD-Tipp:
James Tibbles: North German Baroque Organ Music
Musik: @@@@@
Klang: @@@@@@
Label/Vertrieb: Paladino Music
Interview und Text: Manfred Horak
Christoph Ehrenfellner (Violine), Firmian Lermer (Viola) und Martin Rummel (Violoncello) spielten die von großer Leichtigkeit geprägten, formal und musikalisch abwechslungsreichen sechs Sätze, neu ein, und sie taten gut daran, denn daraus entstand eine vergnügliche und äußerst vitale Reise durch ein Meisterwerk von Mozart, in dem alle drei Stimmen stark solistisch gefordert werden. Ein Gespräch über Mozart, alte Instrumente und Neue Musik. //
CD-Tipp:
Mozart Divertimento KV 563
Musik: @@@@@
Klang: @@@@@
Label/Vertrieb: Paladino Music
Interview und Text: Manfred Horak
Mit 'du sprecken deuts?' erarbeitete die österreichische Band Novi Sad und der Schauspieler Tristan Jorde bereits vor einigen Jahren ein ungewöhnlich gutes Programm zu Texten von Ernst Jandl. Erneut zu sehen, hören und jandln am 29. und 30. April 2011 im Theater Spielraum in Wien.
Der ehemalige Sänger von der großartigen aber ewig unterschätzten Band The Czars, John Grant, veröffentlichte im April 2010 sein erstes Soloalbum mit dem Titel "Queen Of Denmark". Am 18.4.2011, also mit einem Jahr Verspätung, ist John Grant nun auch in Wien live zu hören.
Das Debüt-Album von Florian Feilmair ist zugleich auch das erste Album, das bei Paladino Music veröffentlicht wurde. Rachmaninoff, Villa-Lobos, Liszt, Beethoven, sowie eine Miniatur aus dem Hause Feilmair gibt es auf dem Album zu hören, dies alles mit des Pianisten Attributen wie Feingefühl und Nuancenreichtum, perlender Leichtigkeit und Souveränität. Ein Interview-Portrait von Manfred Horak. //
CD-Tipp:
Florian Feilmair: Piano
Musik: @@@@
Klang: @@@@@
Label/Vertrieb: Paladino Music
Interview: Manfred Horak
Mit den kompletten Beethoven-Werken für Cello und Piano veröffentlichen Gerda Guttenberg und Martin Rummel Duo-Werke im besten Sinne. Entstanden sind diese Aufnahmen auf Basis der von Del Mar neu herausgegebenen Originaltexte Beethovens und neben der Einigkeit zwischen den Musikern gab es dadurch auch neue Erkenntnisse Beethoven zu spielen. Neue Erkenntnisse brachte auch das Interview. //
CD-Tipp:
Gerda Guttenberg und Martin Rummel: Beethoven Complete Works for Cello and Piano
Musik: @@@@@
Klang: @@@@@@
Label/Vertrieb: Paladino Music
Interview: Manfred Horak
Ein superbes Gitarrenalbum, das an Intensität und Leidenschaft nichts zu wünschen übrig lässt, veröffentlicht die in Kärnten lebende Musikerin Julia Malischnig mit "City of Dreams". Ein Doppelpack, prall gefüllt mit Geschichten voller Farben und Kontraste, im Spannungsfeld Klassik, World und Soul. Im Interview sprachen wir über die Kunst Gitarre zu spielen, über Unverwechselbarkeit und wie sich Julia Malischnig als Künstlerin sieht.
Auf der Doppel-CD "City of Dreams" vereint Julia Malischnig gekonnt und mit großer Virtuosität Interpretationen und Bearbeitungen von u. a. Johann Sebastian Bach und Stevie Wonder mit Eigenkompositionen. Herausragend dabei ihre Komposition "City of Dreams", da sämtliche musikalische Grenzen hinter sich lässt und Julia Malischnig sich zudem als Sängerin mit Soul-Esprit präsentiert. Sensibilität und Selbstbewusstsein geben sich in der Musik von Julia Malischnig die Hand, hinzu kommt die souveräne Technik der - längst schon international arrivierten - Konzertgitarristin. Apropos Hand: Neben ihrer unverwechselbaren Handschrift als Gitarristin überzeugt das Album auch mit einem audiophilen Klang. Dem nicht genug ist Julia Malischnig auch Intendantin des Festivals La Guitarra Esencial - The Art of Guitar am Millstätter See in Kärnten. //
Julia Malischnig: City of Dreams
Musik: @@@@
Klang: @@@@@@
Label/Vertrieb: Edicion La Guitarra Esencial / Lotus Rec. (2010)
Interview und Text: Manfred Horak
Foto: © Julia Malischnig
Das erste Solo-Album von Iris T. überzeugt mit einer ungeheuer gelenkigen und flexiblen Musik und mit in großer Sorgfalt geschriebenen Texten in deutscher Sprache. Mach mich tanzen ist ein Reigen raffiniert zubereiteter Lieder für die Gegenwart zwischen Chanson, Swing, Dixie, Charleston, Latin, Reggae und Pop.
"Eigentlich habe ich mir erst im Nachhinein überlegt, was sind das überhaupt für Lieder? Sind das Chansons, sind das Schlager, sind es Pop-Songs, ist das Songwriting? Ich habe nicht vorher gesagt, ja, Chansons sind das richtige für mich, sondern es sind einfach die Lieder so geworden", sagt Iris T. an einer Stelle im Interview über ihr erstes Solo-Album "Mach mich tanzen". Ein Album von Iris Träutner, das mit einem bestens harmonierenden Chanson-Jazz mit Pop-Appeal und deutschen Texten die Musikgourmets verwöhnt. //
Iris T.: Mach mich tanzen
Musik: @@@@@
Klang: @@@@
Label/Vertrieb: Groove-Rec./ Hoanzl (2010)
Interview, Text und Fotos: Manfred Horak
Martin Rummel, dessen Aufnahme der Cello-Suiten von Bach von den internationalen Musikfeuilletons große Anerkennung findet, erzählt im Podcast Interview u. a., wann er zum ersten Mal Bach hörte, auf welchem Cello er spielt und wie man prinzipiell an ein Standardwerk wie die Cello-Suiten von Bach herangeht. //
CD-Tipp:
Martin Rummel: Bach
Musik: @@@@@
Klang: @@@@@
Label/Vertrieb: Paladino Music
Interview: Manfred Horak
paladino music ist CD-Label, Künstleragentur, Notenverlag und Musikagentur und wurde im Jahr 2009 gegründet. In dieser ersten Podcast-Episode von "Paladino News" erzählt paladino music Geschäftsführer und Musiker Martin Rummel über die Idee und Notwendigkeit zur Gründung von paladino music. //
Interview: Manfred Horak
Es macht Lust den Fluss einmal zu besuchen und ein bisschen zu tanzen, dieses Musikhörbuch und Bilderbuch für Kinder von Marko Simsa.
Am 21. Dezember 2010 wird nicht nur Winterbeginn gefeiert, sondern auch der 70. Geburtstag von Frank Zappa (1940-1993). Das Gesamtwerk des Meisters steht in dem programmatisch betitelten Buch "Grand Zappa" im Mittelpunkt, allerdings nicht in der austauschbaren Biografensprache. Frank Wonneberg beschreitet mit diesem Buch im Riesenformat nämlich neue Wege der Musikrezeption.
Sieben Alben veröffentlichte bisher Novi Sad, die Independent Austrian Music Rock Band aus Wien, die 2010 ihr 20-jähriges Bühnenjubiläum feiert: "Nuts and Berries" (1990), "Dreaming Starts Here" (1992), "Super oder Normal" (1994), "Home is in my Shoes" (1995), "Music for the time after Rock'n'Roll" (1999), "Europe's Other Side" (2003), Rise (2008). Zeit einiges Revue passieren zu lassen.
20 Jahre muss man als Band einmal erst werden, noch dazu in Österreich, diesen Umstand kann man nämlich durchaus als besondere Erschwernis anführen. 20 Jahre, das bedeutet jede Menge Regierungsumsbildungen und Casting-Superstars miterlebt bzw. überlebt zu haben. In diesen 20 Jahren hat sich die Stammbesetzung von Novi Sad mit Evi B. (voc.) Paris 1914 (guit., voc.) und Moonday (acc., drums) nicht geändert, im Gegenteil, mit Robert Worel (bass) und St. Stephan (drums) gab es sogar eine Personalaufstockung (da hat der Independent-Gedanke der kapitalistischen Wirtschaft eindeutig etwas voraus). Darüber hinaus ist Novi Sad auch in die Nähe einer Kritikerlieblingsband geworden, nachzustöbern auf der Webseite der Band. Im Podcast Interview sprach ich mit Sängerin Evelyn Blumenau und Gitarrist Klaus Schuch - beide schreiben für Novi Sad auch die Lieder - über eben jene ersten 20 Jahre. Das nachstehende Interview (ebenfalls mit Evelyn Blumenau und Klaus Schuch geführt) gibt es hingegen nur schriftlich und ihr habt nun die Wahl beide Interviews parallel oder separat zu konsumieren.
Kulturwoche.at: Wie ist euer Zugang Lieder zu schreiben?
Klaus Schuch: Marktorientiert zu schreiben ist uns nie in den Sinn gekommen. Inspirationen fließen unbewusst sein und laufen subkutan ab.
Evelyn Blumenau: Es gibt kein Königsrezept beim Komponieren, manche Songs passieren innerhalb einer Gefühlswallung, andere brauchen lange beendet zu werden, wie z.B. "Paradise", das habe ich begonnen zu schreiben als ich 14 war, also vor mehr als 20 Jahren.
Machen Cover-Versionen Sinn?
Klaus: Neuinterpretationen sind schon interessant, weil es andere Standpunkte und Zugänge bringt, die der Originalkomponist vielleicht gar nicht hatte. Cover-Versionen sind dann interessant, wenn man seine eigene Geschichte damit verbinden kann. Wir haben immer wieder Cover-Versionen gemacht, z.B. von The
Doors "Indian Summer". Wenn wir nicht The Doors als Komponisten angeführt hätten, wäre es schwer zu bestimmen, wessen Song es ist. Es gibt einige Künstler die sich hervorragend anbieten gecovert zu werden - Leonard Cohen und Bob Dylan sind diesbezüglich ja klassische Komponisten. Wir brechen immer bewusst unsere Cover-Versionen, denn wenn eine Cover-Version wie das Original klingt, stellt sich die Frage nach dem Sinn. Gleichzeitig fördern Cover-Versionen die Kreativität. Es ist irrsinnig befruchtend, sich mit anderen Songs auseinanderzusetzen.
Evelyn: Ich höre mir sehr gerne Songs von Björk an, wenn ich leer bin und bin dann sofort verbunden mit dieser schönen Welt und kann dann wieder an eigene Gedanken gehen. Wenn ich z.B. keine Texte schreiben kann, lese ich Friederike Mayröcker, nicht um sie nachzumachen, aber sie hebt mich bereits nach wenigen Seiten in ein Schreibuniversum.
Habt ihr eigene Songs, die auf bereits vorhandene Lieder basieren?
Klaus: Mir fällt ein einziges ein, das ich einmal gemacht habe, und zwar aus CCRs "Walking on the Water", da habe ich die ganzen ersten Akkorde genauso genommen und ein eigenes Lied daraus gemacht, nur mit einer anderen Gesangsstimme, somit war's auch eine eigene Geschichte, die sich in eine andere Richtung entwickelt hat - das war "Difference between Experience". Das ist ganz bewusst auf "Walking on the Water" gewesen, wo sich ein Eigenleben entwickelte, einen eigenen Text erhielt und nicht wieder zu erkennen ist, nur wenn du die ersten zehn Akkorde mitklopfst sind es die gleichen wie bei CCR. Aber dass wir nahe bei anderen, bestehenden, Songs bleiben kommt nicht vor. Ein Song wie "A Song for Love" besteht aus zwei Akkorden, und zwar aus F-Major und C. Aus diesen beiden Akkorden sind vermutlich schon Hunderttausende von Liedern geschrieben worden, trotzdem kenn ich kein Lied, das so klingt wie "A Song for Love". Genau das ist der Kick, das schwierigste ist ja oft ganz einfache Songs zu schreiben, die müssen sofort rund und geschlossen da sein, sonst ist's ein Krampf.
Gehören zum Songwriting politische Themen?
Evelyn: Nein, nicht unbedingt. Es ist toll, wenn es Leute gibt, die es schaffen, ohne peinlich dabei zu werden. Ich könnte es nicht. Ich halte mich für einen sehr politischen Menschen, aber mir fehlt es an der feinen Sprache, die im Deutschen leicht zum erhobenen Zeigefinger wird, was ich gerne vermeide. Die Zeiten schreien natürlich danach, nur stellt sich die Frage, ob es das Lied, das notwendig ist, oder die Demonstration, zu der man geht.
Aber bei der Bürgerrechtsbewegung gingen die Demonstranten mit den Songs quasi Hand in Hand...
Klaus: Das ist richtig. Nur wenn man sich z.B. "Astral Weeks" von Van Morrison anhört, da gibt es kein einziges politisches Lied, das gleiche gilt für "Happy Sad" von Tim Buckley oder "Pink Moon" von Nick
Drake, darauf sind ausschließlich stark Ich-bezogene Lieder und ich bin froh, dass auf diesen Alben nichts politisches oben ist und das Album dadurch gebrochen worden wäre. Es ist schön, wenn es einer schafft, aber es ist nicht konstitutiv für gutes Songwriting.
Evelyn: Es ist natürlich verführerisch in diesen kleinen Pamphlets eine Message rüber zu bringen, die nicht gleich wieder lächerlich wird. Die Dinge sind ja sehr komplex.
Sind Liebeslieder zu schreiben nicht genauso schwierig wie Lieder gegen Krieg z.B.?
Klaus: Die Frage ist, was einem näher berührt. Die Art wie Evelyn und ich schreiben sind ein sehr persönlicher Zugang und hat auch ein bisschen mit Verarbeitung zu tun. Trotz einer bescheuerten Regierung leben wir Gott sei Dank immer noch in Österreich in einem Nichtkriegszustand, beispielsweise. Ich bin mir sicher, wenn Krieg mein Lebensumfeld wäre, müsste ich das verarbeiten, ob in einem Text oder Bild. Z.B. "Europe's Other Side" handelt vom zerbombten Ex-Jugoslawien, und entstand aus meinem persönlichen, individuellen Zugang, nämlich aus den langen Fahrten durch die Nacht und konkret aufgrund meiner Zugreise von Novi Sad bis Nis.
Gibt es den perfekten Song?
Klaus: Ja. Es gibt den perfekten Song und ich denke wir haben bereits einige perfekte Songs geschrieben, obwohl ich sehr kritisch gegenüber unserem Oeuvre bin. Es gibt Songs, die stehen da wie Monolithen. "Ungargassenland" ist so ein Song, "Die Welt ist verborgen", "Europe's Other Side".
Wie fühlt sich eine Independent-Band in Österreich?
Klaus: Österreich hat ein Kulturproblem. Einer drittklassigen Band aus USA oder England wird wesentlich mehr Aufmerksamkeit gegönnt als der hoffnungsvollsten Newcomerband aus Österreich. Das ist eine Tatsache. Das österreichische Mainstream-Publikum ist Österreich ablehnend. Und es gibt auch gute Gründe dazu, Stichwort Austro-Pop, der diesen biederen Opratko-Sound aus den 70er Jahren ja zum Teil noch immer drinnen hat, das ist schlimm, dass sich der Austro-Pop nicht emanzipieren konnte. //
Interview und Text: Manfred Horak
Foto: Novi Sad
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