In diesem Buch ist alles drin, was der Titel verspricht. Der zum Teil autobiografisch gefärbte Roman spielt beiläufig vor dem Hintergrund der chinesischen Politik der letzten 20 Jahre. Li Dawei versucht sich in einem amerikanisch-jovialen Erzählstil, was nur mäßig zum Lesevergnügen beiträgt. Literarisches Schreiben in einer fremden Sprache ist eine der schwierigsten Übungen. Doch im letzten Drittel wird der Leser für seine Geduld mit einer phantastischen und kritischen Geschichte belohnt.
Briefe offenbaren Liebe, aber auch Leid. Jason F. Wright, in der Übersetzung von Marie Rahn, hat mit "Die Mittwochsbriefe" einen berührenden Familienroman geschrieben, der in der Zeit springt und dadurch Verstorbene lebendig erhält. Von Theresa Steininger.
Eine gut recherchierte historische Familiengeschichte bringt Anna Krüger in "Sophies Geheimnis". Stil und Orthografie lassen aber zu wünschen übrig. Von Theresa Steininger.
Die österreichische Autorin Milena Michiko Flasar spielt in ihrem Erstlingswerk "[ICH BIN]" gekonnt mit Sprache, schreibt leidenschaftlich und philosophisch - eben einmal so ganz anders über die Vergänglichkeit der Liebe. Von Theresa Steininger.
Zeit für einen Neuanfang. Ab und zu braucht man ein Buch um das Hirn zu leeren und sich vom Alltag abzulenken. Wem all die Serien und Telenovelas zwischen überdrehten Shopping-Wahn und Männer-Wut, mit Liebesverwicklungen und betulicher Problembewältigung schon langweilig geworden sind, dem kann man das Buch "Mein Leben, Teil zwei" von Marlene Faro nur empfehlen. Von Christine Koblitz.
Leichte, junge Liebe, immer am Rande des Abgrunds, steht im Zentrum der Geschichtensammlung "Lorbeer und Zitrone" von Lissy Pernthaler. Leseeindrücke von Tristan Jorde.
Man nehme eine Sympathieträgerin, die sich mittelprächtig selbst entwickelt, als Identifikationsfigur für die Zielgruppe, eine zeitgemäß zersprargelte Familie rundherum, stereotype Figuren, wie sie in jedem Dorf vorkommen und eine Leiche. Das alles tue man mit einem dunklen Geheimnis gleichmäßig vermischt zwischen zwei Buchdeckel - und fertig ist der Krimi "Der Tote vom Leuchtturm" von Anke Cibach.
Seit Gil Grissom vom CSI Las Vegas bei uns über die Bildschirme geistert, weiß man darüber Bescheid wie Insektenlarven einen ganzen Mordfall aufklären können. "Leichenblässe" von Simon Beckett ist allerdings mehr als nur die Suche nach dem Täter.
Im Blickpunkt dieses, als Gesellschaftsroman angelegten, Werkes von "Sex and the City"-Autorin Candace Bushnell steht das Treiben rund um die Bewohner der edelsten Adresse in New York, der Nummer 1 in der Fifth Avenue. Von Katja Kramp.
Selten noch war der an sich komplexe Einstieg in das scheinbare Kontinuum der physikalisch-universellen Ereignisse so bunt, so schillernd, so vielfältig und so vergnüglich zu erlesen. Der Schriftsteller, Sprach- und Performancekünstler Walter Kreuz hat mit "Karlas Lauf gegen die Raumzeit" ein tiefsinniges Kaleidoskop eines Miniuniversums geschaffen.
Gedichte aus Lora. Sind mehr als nur Gedichte aus Lora. Gedichte aus Lora besingen eine Mentalität. Eine Mentalität die den Krieg überhaupt erst möglich macht. Eine Annäherung an die Lyrik des kroatischen Journalisten, Buchautors und Mitbegründers der Zeitung Feral Tribune, Boris Dezulovic. Von Katja Stipinovic.
Ursache und Anlass für den Debütroman "Das Fischkind", der damals 23-jährigen Argentinierin Lucía Puenzo war der Tod ihres Hundes. Ohne bestimmten Plot und beinahe willkürlich schrieb Puenzo - aus der Perspektive eines Hundes - ihr Erstlingswerk. Von Katja Stipinovic.
Hier ist es also nun, die Fortsetzung des so erfolgreichen E-Mail-Romans "Gut gegen Nordwind" von Daniel Glattauer. "Alle sieben Wellen" fordert wenig vom Leser, nur eines: Geduld. - Meint zumindest "RE:" im E-Mail-Schlagabtausch mit "AW:". Protokolliert wurde die Diskussion von Manfred Horak.
Jesus verkündet den nahenden Weltuntergang, ist also auf die Erde zurückgekehrt, mit ihm auch der Teufel in der Menschengestalt von George Clooney. Soweit der gar nicht witzige Ausgangspunkt des in der Tat witzigen Romans "Jesus liebt mich" von David Safier.
Ein E-Mail Roman von Daniel Glattauer als moderne Fassung des Briefromans.
Mit 17 Jahren vollendete Raymond Radiguet im Jahr 1923 den Roman "Den Teufel im Leib", eine Amour fou zwischen einem 15-jährigen und einer verheirateten Frau. Neu übersetzt von Hinrich Schmidt-Henkel überzeugt dieser moderne Klassiker noch heute.
Einer der größten zeitgenössischen Autoren – Andrea Camilleri – erzählt in "Die Pension Eva" die Geschichte eines Bordells in Sizilien, und dies mit seiner gewohnt unnachahmlich leichten Prosa, die, wie die meisten seiner Romane, auch eine Liebeserklärung an die Literatur per se darstellt.
"Ein James Bond Roman" heißt es noch selbstbewusst und hinschielend auf mögliche Verkaufszahlen als Untertitel des peinlichen Romans "Der Tod ist nur der Anfang" von Sebastian Faulks der, so steht es ebenfalls am Buchdeckel als Ian Fleming zu schreiben hat. Das einzige "Quantum Trost", das dieser vollkommen verunglückte 007-Roman anzubieten hat ist, dass man ihn nicht zu Ende lesen muss.
Für die New York Times zählen die Romane von Robert Charles Wilson zum Besten, was die Science Fiction Literatur derzeit zu bieten hat. Dieser Meinung kann man sich durchaus guten Gewissens anschließen, denn auch mit "Quarantäne" gelingt dem Bestseller-Autor ein spektakulär tiefgründiges Werk.
Der historische Roman "Die Ketzerbibel" von Elisabeth Klee spielt im Jahr 1310, als die Inquisition in Europa wütete. Im Zentrum der Handlung stehen dabei die Frauen vom Beginenhof, die in klosterähnlichen Gemeinschaften, aber weltoffen, zusammenlebten und als frühes Emanzipationsmodell gilt.
Das am europäischen Kernforschungszentrum CERN nahe Genf statt findende Experiment der Urknall Simulation mit dem "Large Hadron Collider" (LHC) verschlingt rund 6,2 Milliarden Euro. Kritiker und Pessimisten befürchten, dass es nicht nur Geld verschlingt, sondern letztendlich auch den Planeten Erde. Und auch die Thriller-Literatur hat dazu etwas zu sagen. Inspiriert von den bevorstehenden Ereignissen am CERN entwirft der Autor Robert J. Sawyer mit "Flash" einen rasanten Wissenschafts-Thriller.
Apropos 'Keine Flüge über Europa': Eine apokalyptische Geschichte über die Folgen des Klimawandels an einem ganz normalen Tag im Juli erzählt der deutsche Autor Jürgen Domian mit "Der Tag, an dem die Sonne verschwand". Hier wird nichts erklärt, sondern alle im Roman vorkommenden Ereignisse als unantastbare Tatsachen dargestellt. Und genau das macht diese unheimliche Story so stark.
Eines der interessantesten Jugendbücher der letzten Jahre, vielleicht sogar seit Michael Endes "Die unendliche Geschichte", liefert der amerikanische Illustrator und Autor Brian Selznick mit dem Roman "Die Entdeckung des Hugo Cabret", einer Hommage an Filmpionier Georges Méliès, ab. Der Regisseurgroßmeister Martin Scorsese verfilmte diese berührende Geschichte und avancierte damit zum Oscar-Favoriten 2012.
Wie weit muss sich eine Person verstellen, um eine Karriere als Pop-Super-Star angehen zu können? Wie blond müssen dabei die Haare sein, welche Farbe müssen die Fingernägel haben und in welchen Geschäften sollte man einkaufen? Diese und weitere existenzielle Fragen stellt sich Pop-Sternchen und Möchtegern-Superstar Wonder Blake im Roman von Rachel Cohn.
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