Das Wienerlied als Blues.
Musik:@@@@@
Klang:@@@@
Label/Vertrieb: Preiser Records (2006)
Agnes Palmisano lässt das Wienerlied in alter Frische wieder
auferstehen. Worin liegt nun der ganz spezielle Reiz des Wienerlieds?
Ein sehr bekannter österreichischer Musikkritiker, Franz Richter, ein
wie er selbst von sich sagt, "alter Bluesfan", meinte am Tag der
Präsentation der CD im knallvollen Heurigenlokal
Hengl-Haselbrunner: "Ich weiß eigentlich selbst nicht, warum ich hier
bin. Aber irgendwie ist das Wienerlied eben auch Blues, und zwar der
Blues der Wiener. Ich kann mir nicht helfen, mir gefällt es." Gefallen
hat es auch allen anderen, als die Ausnahmesängerin Agnes Palmisano die
Lieder ihrer neuen CD "Wiener Halbwelten" live präsentierte. Die
Spezialität von Agnes Palmisano ist der Dudler, jene Form des Jodlers,
der in Wien zu Hause ist und den Trude Mally perfektonierte und zur
Kunstform erhob. Trude Mally ließ es sich auch nicht nehmen, ein Duett
mit Agnes Palmisano zu singen. Auch Tini Kainrath von den "Rounder
Girls" und der Wiener Kulturstadtrat Andreas Mailath-Pokorny fanden
sich auf der Bühne für ein Duett ein.
Auf der CD mischt Agnes Palmisano mit ihren formidablen Begleitern
Roland Sulzer an der Harmonika und Peter Havlicek an der
Kontragitarre altes mit älterem und ganz neuem. Neben den bekannten
Kompositionen wie "Die Pokornys" und "Ich wünsch mir zum Geburtstag
einen Vorderzahn", sowie "Ich kann den Novotny nicht leiden" mit den
Texten von Hugo Wiener finden sich auf der CD auch etliche Dudler - "s´Grüberl am Kinn" steht hier stellvertretend für alle anderen - und
neue Kompositonen von Peter Havlicek und Christian Tesak.
Der "Wiener Blues" hat also nicht nur eine Vergangenheit und eine
Gegenwart, er hat auch eine Zukunft in der Person von Agnes Palmisano.
(akro)