Editorial

Editorial Kulturbrief 142

mh-2012Die (aktuell) vermutlich beste Rock-Band Österreichs gastierte kürzlich im Wiener Jazz and Music Club Porgy & Bess: Meena Cryle and Chris Fillmore Band. Die Idee zu dieser Superlative kam mir während des Konzerts, war nämlich bereits die Performance im ORF Radiokulturhaus herausragend, so zeigte die Band bei ungleich besseren klangtechnischen Bedingungen vollends ihr Können auf. Hut ab, und somit sei nochmals eindringlich das Album "Feel Me" (Ruf Rec./Lotus) empfohlen - und natürlich das Interview mit Meena. Am gleichen Ort präsentierte Christian Ludwig Attersee mit seinen Freunden Hermann Nitsch, Gerhard Rühm, Ingrid und Oswald Wiener, sowie Bernd Jeschek (mit Texten von Günter Brus) die bei Paladino Music veröffentlichte Multimedia-Box "Attersee und seine Freunde". Zu hören gab es ein Klaviertreiben an 2 Klavieren, ein Ein-Ton-Orgelmysterium von Nitsch, Moritaten vom erstaunlich jung gebliebenen Gerhard Rühm und - als Höhepunkt - ein atterseeisiertes Textklangbild mit dem Titel "Fleisch und Blut". Das war schon sehr meisterhaft. Attersee stand übrigens zu einem ausführlichen Interview zur Verfügung, Motto: Rücksichtslose Unterhaltung. Weitere Interviews, die in dieser Kulturbrief-Ausgabe präsentiert werden: Der zweite Teil des Gesprächs mit Violetta Parisini, zwei Episoden aus der TU Wien-Kulturwoche.at-Produktion "Berufsfeld Architektur" - eines mit Caramel Architekten Alexander Diem, das andere mit der freien Architektin Rita Reisinger-Schöbel aus Wien. Ganz nah an Wien dran ist auch unsere junge Podcast-Reihe Weana Wörter. Teil 2 beschäftigt sich mit den Ein-Laut-Wörtern. Szenenwechsel: In der Bauernhof-Idylle Jazz eingeatmet hat Kulturwoche.at-Redakteurin Denise Riedlinger, die beim Jazz-am-Bauernhof-Festival INNtöne die kalifornische Sängerin Carmen Bradford - die letzte Sängerin der legendären Count Basie Band - vors Mikrofon bekam. Und schließlich haben wir auch noch ein Interview mit dem Star-Pianisten Christopher Hinterhuber, der aktuell auch Teil des Altenberg Trio ist, anzubieten. Somit kommen wir noch kurz zu den Wiener Festwochen, da hat sich mittlerweile auch einiges an Kritiken angesammelt, sei es zum Stück Made In Austria, sei es zur halbmodernen Regieneurose Makulatur von Paulus Hochgatterer, um an dieser Stelle nur zwei zu erwähnen. Last but not least berichtet Tristan Jorde über die Uraufführung Gemmadann von Camerata Wien und dem Chor Gegenstimmen im Konzerthaus Wien. Thema des Stücks: Die Arbeiter von Wien. (Manfred Horak; 15.6.2012)

Editorial Kulturbrief 141

11 Interviews und die neue Podcast Reihe "Weana Wörter" über das Wienerische im Alltag...

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weana-woerter-podcast..stehen im Mittelpunkt dieser Kulturbrief-Ausgabe. In der ersten Episode von Weana Wörter dreht sich alles um selbiges, also von "drahn" und all den damit verbundenen Redewendungen und Nuancen im wienerischen. Neben der Video Podcast Reihe Berufsfeld Architektur als Koproduktion von TU Wien und Kulturwoche.at ist dies nun eine weitere Koproduktion, und zwar von Rudi Gratzl von der Band wienerglühn, Tommy Tatzber von der Band BLAU AG und Kulturwoche.at. Wie gewohnt kann auch diese Podcast-Reihe denkbar einfach abonniert werden, z.B. auf iTunes. Anlass für die Podcast-Reihe ist übrigens die Veranstaltungsreihe Weana Wötn von Gratzl und Tatzber in der Arena Bar. Die nächste Veranstaltung findet am 16.5. um 20 Uhr statt. In der Arena Bar wird es übrigens auch wieder einen Gesprächsabend (mit Live-Musik und Lesung) über Leben und Werk von Bob Dylan geben, und zwar am 25.5. um 20 Uhr. Als Gesprächsgast mit dabei ist u.a. Meena Cryle, mit der es in dieser Ausgabe auch ein Interview über ihr neues fantastisches Album "Feel Me" im Rahmen der Podcast-Reihe Kulturviertelstunde nachzuhören gibt. Ja, und Festwochen-Zeit ist auch wieder, die erste Premierenkritik zum Stück Melancholie und Protest ist bereits Online. Lola Arias' Erkundungen der möglichen Dimension(en) des Politischen geht dabei der Frage nach, wie politisch die Krankheit ist und wie privat der Protest. Somit wünscht die Redaktion eine gesunde Kulturwoche. (Manfred Horak; 15.5.2012)

Editorial Kulturbrief 140

Große Gefühle...

meena-fillmore-140...in großer Besetzung erlebte das Publikum mit
Meena Cryle und Chris Fillmore Band
im ORF Radiokulturhaus. Die Band präsentierte das neue Album "Feel Me" - dem würdigen Nachfolger von "Try Me" - und beweisen damit erneut, dass ihre Musik nicht nur international ausgerichtet, sondern auch international konkurrenzfähig ist. Mit Giantree stellen wir in dieser Ausgabe eine weitere Band aus Wien vor, die mit "We All Yell" Pop vom Feinsten veröffentlicht. Lambchop legte ja bekanntermaßen auch wieder einmal ein Album vor. Titel: "Mr. M". Die Konzertkritik zum Auftritt im Wiener Konzerhaus hatten wir ja bereits, nun folgt die CD-Kritik. Zwei Artikel-Reihen werden ebenfalls fortgeführt, nämlich Teil 5 von Pink Floyd Remastered, sowie der zweite (und letzte) Teil über Duane Eddy. Sehr empfehlenswert sind übrigens auch die aus dem Archiv geholten Aufnahmen für die Kompilation Lovers Rock & Rare Groove in the UK, jener Stilrichtung des Reggae, die von Mitte der 1970er Jahre bis in die frühen 1990er Jahre ziemlich beliebt war. Womit wir bei den dieswöchigen Interviews angelangt sind. Zwei neue Episoden aus der Vodcast-Reihe "Berufsfeld Architektur" mit Franz Sam und Kristina Schinegger warten ebenso gehört und gesehen zu werden wie das Podcast Interview mit The Little Band From Gingerland alias Angela Tröndle und Sophie Abraham. Zwei junge österreichische Musikerinnen mit viel Mut und noch mehr Ideen. In Wien lebt auch die im Iran geborene Musikerin Hoda Mohajerani, die vor kurzem ihre famose Debüt-EP "Arrivals" veröffentlichte und in einem Kaffeehaus zu einem Interview bereit war. Ein ausführliches Gespräch zu lesen gibt es schließlich auch über den Gitarristen Jimi Dolezal, der zuletzt mit der Mary Broadcast Band tourte und auch beim Festival Vienna Blues Spring live zu hören sein wird. Somit wünscht die Redaktion eine kulturreiche Osterwoche. (Manfred Horak; 31.3.2012)

Editorial Kulturbrief 139

Zwei bemerkenswerte Alben aus Österreich
gb-firestehen in dieser Ausgabe im Fokus, nämlich "The Beantown Experience" von Alex Pinter Quintet und "Fire" von Georg Breinschmid. Letzterer ist für sein Vorgänger-Album "Brein's World" in der Kategorie Jazz/World/Blues des Amadeus Award nominiert. Die Stimmabgabe ist noch bis inklusive 01.04.2012 möglich; jeder Nutzer mit gültiger E-Mailadresse kann ein Mal pro Woche seine Stimme abgeben. Spannend gestalten sich auch die Fragen über Sinn und Unsinn am Kunstbetrieb Theater, zu sehen im Schauspielhaus Wien und nachbetrachtet von Kathrin Blasbichler. Der Sonne entgegen ging Franziska Eibenberger und begab sich auf den Muckenkogel und in die Stockerhütte. Wohin querdenken und hinterfragen führt, um einen unkonventionellen und konzeptiven Zugang zu finden, erzählt hingegen Gerd Erhartt von Querkraft Architekten in unserer Vodcast-Reihe Berufsfeld Architektur und der in Wien lebende Musiker Mike Scharf sprach mit Denise Riedlinger über seine transzendente Musik mit Intellekt. Weitergeführt wird auch wieder unsere Artikelreihe Pink Floyd Remastered, das es in Kürze auch als eigene Podcast-Reihe geben wird. (Manfred Horak; 16.3.2012)

Editorial Kulturbrief 138

amadeusaward2012Am 1. Mai 2012 wird im Wiener Volkstheater Österreichs begehrtester Musikpreis verliehen, der Amadeus Austrian Music Award. Nachdem die Juroren (u. a. Robert Fischer und Manfred Horak von Kulturwoche.at) ihre Stimmen abgegeben haben, stehen nun die Nominierungen fest - erfreulicherweise sind auch einige darunter, die wir besonders schätzen, z.B. Georg Breinschmid, Harri Stojka, Attwenger, Violetta Parisini, Hubert von Goisern, Otto Lechner und Klaus Trabitsch, sowie Ja, Panik. Jetzt seid ihr dran, um für eure Favoriten die Stimme abzugeben. Das Verfahren ist simpel. Das Voting-Tool steht auf www.amadeusawards.at/voting zur Verfügung. Die Stimmabgabe ist bis inklusive 01.04.2012 möglich; jeder Nutzer mit gültiger E-Mailadresse kann ein Mal pro Woche seine Stimme abgeben. Ansonsten geben wir in dieser Kulturbrief-Ausgabe wieder jede Menge Live-Tipps ab und berichten wie gewohnt von vergangenen Performances. Quasi in eigener Sache wollen wir an dieser Stelle auch gleich an den Gedenkabend an Ludwig Hirsch hinweisen, der am 3.3. in der Arena Bar (1050 Wien) über die Bühne gehen wird (Ludwig Hirsch wäre ja am 28. Februar 66 Jahre alt geworden). Eine Spurensuche mit den Gesprächsgästen Johann 'Johnny' M. Bertl, Gerhard Ruiss, Peter Schleicher, Maria Seifert und Toni Stricker und mit Live-Musik von Markus Hackl und The Wichita. (Manfred Horak; 23.2.2012)

Editorial Kulturbrief 136

Kunst hat Recht

kunst-hat-recht
Ende Jänner 2012 wird die Initiative "Kunst hat Recht" der Öffentlichkeit vorgestellt. "Kunst hat Recht" ist eine Aktion österreichischer Kunstschaffender zur Stärkung der Urheber- und Nutzungsrechte der Künstler/innen. Die dazu verfasste Deklaration soll möglichst viele Unterzeichner/innen (Einzelpersonen als auch Einrichtungen) finden. Zum gesamten Text der Deklaration und zur Unterzeichnungsmöglichkeit geht es HIER.

Ansonsten führt der Weg diesmal vom hochkarätigen Dokumentationsfilm "Living in the Material World" von Martin Scorsese über das Leben und Werk von George Harrison bis hin zu den Premierenkritiken "Iba de gaunz oamen Leit" von Christine Nöstlinger (im Rabenhof) und "Samurai/Futuresong" von Dea Loher
(im Theater Drachengasse).
Und was nicht im Theater gesehen werden kann, sollte auf Tonträger gehört werden, z.B. "Pictures at an Exhibition", neu arrangiert von
Flip Philipp für das Vienna Symphony Jazz Project. Ein echtes Gesamtkunstwerk, wird doch der Mussorgsky-Jazz von Evelyn Grills beeindruckenden Bildern ergänzt. Ein erstaunliches (Jazz-)Album legt auch Olivia Trummer auf "Poesiealbum" vor, deren Texte (in deutscher Sprache) zielsicher den Nerv der Gegenwart einfangen.
Zu hören (und sehen) gibt es aber auch wieder einige Interviews, wie z.B. aus der Video-Podcast-Reihe "Berufsfeld Architektur" ein Gespräch mit dem japanisch-österreichischen Architektenteam
Misa Shibukawa und Raphael Eder, sowie ein Künstlergespräch in der Podcast-Reihe "Paladino News" mit Martin Rummel und Norman Shetler zu deren Aufnahme der Schubert'schen "Winterreise". Augenfällig übrigens die Cover-Gestaltung, die vom Cartoonisten Rudi Klein stammt.
Weiterhin bristant und aktuell das Thema 'Literaturförderung in Wien'. In unserer jüngsten Podcast-Reihe "Kunst.Kultur.Diskurs" kann nun die zweitägige
Literaturförderungsenquete zur Gänze nachgehört werden. (Manfred Horak; 19.1.2012)

Editorial Kulturbrief 134

Top Kunst-Podcasts

kunst-kultur-diskurs-logoVier von mir produzierte Podcast Reihen befinden sich derzeit in der iTunes Wertung "Top Kunst-Podcasts", nämlich die Kulturviertelstunde und Filmkultur aus dem Hause Kulturwoche.at, sowie die Podcast-Reihe für das Bank Austria Kunstforum Wien und sogar die mittlerweile - als Folge von Subventionskürzungen auf Initiative der Grünen und der Wurschtigkeit der SPÖ - eingestellte Podcast-Reihe für K2 in Centrope. Sage und schreibe 26 Podcast Episoden von den Podcast-Reihen 'Kulturviertelstunde' und 'Filmkultur' befinden sich dabei in den Top 200. Anders formuliert: Fast jede 7. aufgelistete Podcast Episode in der Kategorie "[Darstellende] Kunst" wurde von Kulturwoche.at produziert. Erstaunlich, wenn man bedenkt, das täglich tausende an Podcast-Episoden alleine im deutschsprachigen Raum freigegeben werden.
Die mit Abstand meist gehörte Episode ist zurzeit jenes
Interview mit Ludwig Hirsch, selig, anlässlich seines 30-jährigen Bühnenjubiläums aus dem Jahr 2008. Das zweit meistgehörte ist die Podcast-Episode Zimt & Zucker: Interview mit der Band Herztöne. In die Liste "Neu und beachtenswert" wurde von iTunes prompt die neue Podcast-Reihe Kunst.Kultur.Diskurs aufgenommen und an prominenter Stelle platziert. Ebenfalls erstaunlich, weil täglich alleine im deutschsprachigen Raum mehrere hundert neue Podcast-Reihen eingereicht werden, als "Neu und beachtenswert" hingegen werden gerade mal 20 ausgesucht. Die Reihe ist in iTunes in der Kategorie "Kunst/Literatur" zu finden (oder einfach im Suchfeld Stichwort 'Horak' bzw. 'Kulturwoche' eingeben). Die ersten Episoden sind freilich bereits nachzuhören, das Thema - dem programmatischen Titel entsprechend - ist ein strikt kulturpolitisches, und diese Reihe stellt auch den Anspruch kulturpolitische Themen zu behandeln.
Die ersten sechs Episoden (drei sind bereits Online bzw. auf iTunes abrufbar) stellen sich der Frage:
Wie sollte eine Literaturpolitik der Stadt Wien aussehen? Zu hören sind im Rahmen der Literaturförderungsenquete Marianne Gruber (Österreichische Gesellschaft für Literatur), Erich Klein (Kulturzeitschrift Wespennest), Eva Brenner (Theater Fleischerei_mobil) und Stephan Teichgräber (IG Kultur Wien). Moderation: Gerhard Ruiss (IG Autorinnen Autoren). Die IG Autorinnen Autoren haben diese sechs Episoden dankenswerterweise auch finanziell unterstützt.
Die nächste Podcast-Reihe steht bereits quasi vor der Tür, konkret handelt es sich dabei um die Video-Podcast-Reihe
Berufsfeld Architektur in Kooperation von TU Wien und Kulturwoche.at. Die offizielle und öffentliche Präsentation findet am 12.12.2011 in den Räumlichkeiten der IG Architektur (Gumpendorferstr. 63B, 1060 Wien) statt.
Davor gibt es noch zwei weitere Termine in eigener Sache: Am 9. und 10. Dezember moderiere ich im Theaterhaus
Garage X (Petersplatz 1, 1010 Wien) nach der Aufführung vom Theaterstück Working Class Zero die Gespräche mit Robert Misik (der Polit-Autor und Blogger) und Friedrich Hinterberger (SERI), sowie mit Heide Kouba, die Drehbuchautorin von "Einstweilen wird es Mittag", der Film über die Arbeitslosen von Marienthal von Karin Brandauer. Auch hier - im Theaterstück und in den nachfolgenden Gesprächen - ist das Thema ein generell kultur- und gesellschaftspolitisches. "Working-Class-Zero" (Inszenierung: Fanny Brunner; Dramaturgie: Hans-Jürgen Hauptmann) nimmt dabei die Zukunft von Arbeit und die Entwicklung ihrer gesellschaftlichen Auswirkungen unter die Lupe.
Und auch Kulturwoche.at-Redakteur Robert Fischer wird wieder moderieren, und zwar am 16.12.2011 in der Arena Bar (Margaretenstr. 117, 1050 Wien) die vierte Auflage der Gesprächsreihe in Gedenken an
Günter Brödl. Diesmal zu Gast ist der ausgewiesene Kurtologe Heinz Plehn und der Filmregisseur Thomas Roth. Musikalisch untermauert wird der Abend von den Wienerlied-Erneuerern Wiener Glüh'n.Ja, und wenn man danach achtmal die Nacht durchtaucht steht auch schon das Christkind vor der Tür. :-))
Apropos Tür: Bis dahin gibt es natürlich - wie jedes Jahr - unseren
Adventskalender mit täglichem Gewinnspiel, das bereits in einigen Gewinnspiel-Blogs zu den "Besten Gewinnspiel-Adressen aus Österreich" aufgenommen wurde.
Und somit wünscht die Redaktion eine möglichst stressfreie Kulturwoche. (Manfred Horak; 6.12.2011)

Editorial Kulturbrief 133

Komm großer schwarzer Vogel gemma Tauben vergiften im Park weil da singt heit ana auf da Gassn [...]

hirsch-biszumhimmelhoch
R.I.P. Ludwig Hirsch.
R.I.P. Georg Kreisler.
R.I.P. Reinhard Liebe.

Nicht (mehr) vorhanden:
Literaturpolitik in Wien.


Interview. Interview.
Georg Altziebler. Ineke Houtman.
Interview. Interview.
Alexandros Karozas. Anoushka Shankar.
NEU ab 12.12.2011:
Video-Podcast-Reihe Berufsfeld Architektur (via iTunesU in Kooperation mit der TU Wien).
Musik aus Österreich. Buchrezensionen. Filmkritiken. Theaterberichte.
Jedes Lied erzählt eine andere Geschichte über das Wagnis des völlig freien Lebens auf der Suche nach Identität. Immer mit dabei: Die Verarbeitung der eigenen Geschichte. Kurzum: Menschen. Motive. Meinungen.
"Und wenn ich einmal genug hab' und mir die / Zähnd mit einer Black und Decker putz' / und mir Piranhas in's Fußbad einehau, / merkt's Euch, liebe Leut', ich kann gehen, wann / und wie ich will, das geht Euch überhaupt nix an." (Ludwig Hirsch, 1979).
Somit wünscht die Redaktion eine überlebenswillige Kulturwoche.
(Manfred Horak; 25.11.2011))

Editorial Kulturbrief 132

Der Baum, der den einen zu Freudentränen rührt, ist in den Augen des anderen nur ein grünes Ding, das im Weg steht...

haendeweg19-kifi2011...schrieb William Blake vor gut zweihundert Jahren, und: "Manchem erscheint die Natur ganz lächerlich und verbildet [...] und mancher sieht überhaupt kaum die Natur. Aber den Augen eines mit Fantasie begabten Menschen ist die Natur selbst Fantasie. Wie ein Mensch ist, so sieht er." In "Haben oder Sein" schrieb der Psychoanalytiker und Sozialphilosoph Erich Fromm wiederum: "Wir waren im Begriff, Götter zu werden, mächtige Wesen, die eine zweite Welt erschaffen konnten, wobei uns die Natur nur die Bausteine für unsere neue Schöpfung zu liefern brauchte." Aus dem ursprünglichen Vorhaben jedenfalls, Wissen als Macht einzusetzen und sich der Natur zu unterwerfen, um diese nutzen zu können, passierte das genaue Gegenteil, ein Fatalismus: Aus den von uns geschaffenen wissenschaftlich-technischen Möglichkeiten wurden wir so gierig die Natur zu unterwerfen, um sie auszubeuten.
"Unser Wegwerfen von Lebensmitteln führt indirekt zum Hunger in der Welt", erklärt denn auch Prof. Joachim von Braun vom Zentrum für Entwicklungsforschung in Bonn im besonders wertvollen Dokumentarfilm Taste the Waste von Valentin Thurn, der ab sofort im Kino zu sehen ist. Gesellschaftskritik wird auch in so manchen Kinofilmen geübt, die beim Kinderfilmfestival 2011 gezeigt werden, sei es in Mein Großvater der Bankräuber, sei es im südkoreanischen Film Jiburo, sei es in "Hände weg von Mississippi" von Detlev Buck oder in der Verfilmung von Christina Herrströms Roman Tausend mal stärker, der ordentlich am Klassensystem rüttelt. Insgesamt werden beim Kinderfilmfestival Wien zwischen 12. und 20. November 14 Filme gezeigt, und bei einem Film, nämlich bei der herausragenden norwegischen Produktion "Anne liebt Philipp", bietet die Festivalleitung in Kooperation mit Dschungel Wien dem jungen Publikum und Schulklassen einen Workshop an, um so ihr Filmerlebnis in spielerisch-kreativer Form aufzuarbeiten - hört dazu das Interview mit der Theaterpädagogin Simone Weis.
Das sind noch lange nicht alle Themen, die neu auf Kulturwoche.at nachzulesen bzw. nachzuhören sind. Fortgesetzt wurde z.B. auch die Artikel-Reihe zum Thema Georg Danzer. Im vierten Teil erzählt sein langjähriger Manager Franz Christian Schwarz alias Blacky über das große musikalische Vermächtnis von Georg Danzer, mit Fernando Botero wiederum - dessen Werke im Bank Austria Kunstforum zu sehen sind - sprachen wir über den künstlerischen Werdegang von Botero und über die Wurzeln in der Kunst, und wir führten Interviews mit Ildiko Raimondi, die soeben ein Album mit Goethe Lieder veröffentlichte, sowie mit der estnisch-schweizerischen Sängerin Ingrid Lukas ("Silver Secrets") und mit dem Folk-Duo Papermoon sprachen wir über Hippies, Wallstreet-Haien und anderen Lebensgefühlen. Ja, und wir warfen einen Blick in die Systematik des Lebens in der voluminösen Bild-Enzyklopädie Die Urzeit. Somit wünscht die Redaktion eine zukunftsträchtige Kulturwoche. (Manfred Horak; 10.11.2011)

Editorial Kulturbrief 131 Remastered

Kinder ohne Zukunft führen Krieg mit der Gegenwart

gd-zombieball1Dies sang einmal Georg Danzer, dessen Lebenswerk (27 Studio-Alben! Wobei: es gäbe noch mehr, aber einige mussten außen vor bleiben) nun in einer Remastered-Serie, teilweise erstmals auf CD, vorliegt. Remastered (hier muss man eigentlich sagen: erneut remastered) wurden auch die 14 Studio-Alben von Pink Floyd. Beiden widmen wir eine groß angelegte Artikel-Reihe, die jeweils ersten drei Teile sind bereits Online.

Und auch sonst gibt es allerhand Lese- und Hörstoff, z.B. ein Interview mit dem oberösterreichischen Komponisten Helmut Rogl, dessen gesamtes Cello-Werk nun veröffentlicht wurde bis hin zum mehrteiligen Podcast Interview mit Georg Ringsgwandl, der zwischen 19. und 22.10. im Stadtsaal über "Das Leben und Schlimmeres" berichtet.
Bereits in Wien gastierte Max Raabe und das Palast Orchester und wir bitten gnädigst, uns die Möglichkeit einzuräumen die Kritik zum Konzert an dieser Stelle nachzureichen. Ja, und natürlich waren wir auch wieder im Theater. Im Visier stehen Nachberichte zum OdeonTanz 3 und Szene Bunte Wähne bis hin zum ersten Theaterstück von Daniel Kehlmann, der wahrscheinlich auch noch im Alter von 50 Jahren als "Österreichs literarisches Wunderkind" bezeichnet werden wird, sowie, als "funkelndes Beispiel der weiblichen Emanzipation", das Aufeinandertreffen von George Sand und Frédéric Chopin. Und das ist noch nicht alles: Über "die politische Unfähigkeit der herrschenden Machteliten" empört sich Stephane Hessel, schreibt Tristan Jorde, und zuguterletzt hörten wir freilich auch neue CDs: den klassen Zweitling von Ingrid Lukas, das Debüt vom Frauen-Duo Boy und die "Groove Generation" von Rens Newland.Somit wünscht die Redaktion eine lesefreudige Kulturwoche. (
Manfred Horak; 19.10.2011)

Editorial Kulturbrief 130

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"Ihr Podcast ist einer der wichtigsten in Österreich." Danke. Auch so kann ein E-Mail beginnen. Und so weiß ich auch, dass erstmals ein Podcast Barcamp Vienna stattfinden wird, das ich somit gleich mal mit Freude ankündige. Das "Podcast Barcamp" geht am 15. und 16. Oktober 2011 in Wien im sektor5 coworking spaces über die Bühne. Eruiert werden soll dabei unter anderem, wie es eigentlich um die Podcast-Szene in Wien bzw. Österreich steht. "Wir wollen daher", so die Erst-Info, "alle PodcasterInnen, angehende PodcasterInnen, PodcasthörerInnen und alle Interessierten zusammenbringen und über alle Themen diskutieren, die wichtig sind, um einen Podcast zu produzieren und zu hören." Klingt gut und direkt groß. Mehr darüber demnächst an dieser Stelle.
Apropos: Neu zu hören ist das Podcast Interview mit dem Regisseur Kornel Mundruczo über den Kinofilm "Tender Son - Das Frankenstein Projekt", das uns inhaltlich auch zum Thema "Minderheiten" führte. Eine Minderheit in Österreich ist inzwischen auch der Mittelstand. Nackte Zahlen dazu liefert als Gastkommentar Leo Lukas und Simon Pichler. Ein großes Dankeschön an dieser Stelle. Neu eingerichtet, quasi als Expositur von Kulturwoche.at, wurde kürzlich ein Blog mit dem Titel Kulturkanal und dem Untertitel "One more Blog of Tipps" (bei Dylan hieß es noch "One more cup of coffee"; so ändern sich halt die Zeiten), und überhaupt gibt es einmal mehr ordentlich viel zu entdecken.
Somit wünscht die Redaktion eine leistbare Kulturwoche. (Manfred Horak; 21.9.2011)

Editorial Kulturbrief 129

tender-son-gewinnspiel1
Unzählige Male wurde Mary Shelleys Frankenstein bereits nachgeahmt und - besonders im Film - trivialisiert. Der ungarische Regisseur Kornél Mundruczó ließ sich von diesem literarischen Stoff ebenfalls inspirieren, zeigte es zunächst als Bühnenfassung bei den Wiener Festwochen 2009 und bringt nun die Kinofilmfassung nach Wien, und zwar ab 23.9. exklusiv ins Wiener Metro Kino. Titel: Tender Son - Das Frankenstein Projekt (Filmverleih: POOOL). Mundruczó verlegte die Geschichte in die ungarische Gegenwart, der Film spielt hauptsächlich in einem zerfallenden, von Gerüsten gestützten Wohngebäude in Budapest. "Das Gebäude kurz vor der Renovierung", so Mundruczó, "repräsentiert sowohl ein Bild der Zerstörung als auch einer bevorstehenden Wiedergeburt." Dem Regisseur gelang mit Tender Son ein verstörender Film, in dem das Monster unsere eigene Schöpfung ist.

In dieser Ausgabe beschäftigen wir uns zunächst noch einmal mit dem Klassiker von Shelley, das vor einiger Zeit in einer Neuauflage im Aufbau Verlag erschien, nächste Woche folgt dann die Filmkritik und ein Interview mit dem Regisseur. Quasi als Überbrückung dient unser Gewinnspiel, bei dem Premierenkarten zu gewinnen sind, wie immer natürlich mit einer urschweren Frage. :-))
Apropos urschwer: Da die Zeiten für den Mittelstand (oder das, was davon übrig blieb) schwer sind, vertieften sich Leo Lukas und Simon Pichler in die Materie Nackte Zahlen. Zu sehen ab sofort im Kabarett Niedermair. Passend zum Thema Mittelstand, aber auch passend, was die Geschichte eines Literaturklassikers, verlegt in die Gegenwart, betrifft, das besonders sehenswerte Theaterstück Villa Dolorosa: Drei missratene Geburtstage (KosmosTheater) über eine Erbengeneration 'On the Highway to Mittelmaß'. Eine böse Komödie frei nach Tschechows "Drei Schwestern" von Rebekka Kricheldorf unter Regisseurin Katrin Schurich, mit der wir übrigens ein ausführliches Podcast Interview führten.

Somit wünscht die Redaktion eine verdienstvolle Kulturwoche. (Manfred Horak; 16.9.2011)

Editorial Kulturbrief Extraausgabe SPLASH

rockstah-splash2011-0011Als Literaturwissenschaftlerin ist Hip Hop für mich vor allem eines: Die größte Kunstform. Jeder MC, der sich nicht für die typischen "Ich bin geil, ihr seid scheiße"-Texte hergibt ist ein einzigartiger Lyriker. Für das Schreiben von Raptexten braucht man vor allem Übung und auch eine gehörige Portion Talent für den Umgang mit Sprache.

Editorial Kulturbrief 128

amy-winehouse-2011-07-23
When a woman gets in trouble
Everybody throws her down
Lookin' for your good friend
None can be found
(Robert Johnson; 1936)



A black eyed dog he called at my door
The black eyed dog he called for more
A black eyed dog he knew my name
(Nick Drake; 1974)

When you’re standing at the crossroads
That you cannot comprehend
Just remember that death is not the end...
(Bob Dylan; 1988)

2 Alben, 1 DVD und eine Handvoll guter Songs von Amy Winehouse, die am 23.7.2011 im Alter von nur 27 Jahren starb, werden in Erinnerung bleiben. Auf den ersten Blick nicht viel. Für eine von Mythen behaftete Legendenbildung wird es dennoch allemal reichen. Wir alle (ahnen es zu) wissen, warum das so ist. (Manfred Horak; 26.7.2011)

Editorial Kulturbrief 127

Ein Stück Arbeit

work-marienthalJazz und Artverwandtes setzt sich auch in dieser Ausgabe des Kulturbriefs durch, nicht nur, aber auch. Neben einem Rückblick auf das Konzert von Ben Sidran im Porgy & Bess gibt es einige detaillierte Blicke auf die aktuellen Alben u. a. von Marilyn Mazur, Pee Wee Ellis, Madeleine Peyroux und Cyndi Lauper, deren Konzerte beim Jazzfest Wien ja allesamt noch anstehen. Des weiteren werfen wir einen Blick auf Nova Rock 2011 zurück und berichten, was kommt, z.B. das SPLASH! Festival in Gräfenhainichen bei Leipzig und die Uraufführung vom Theaterstück Guter Morgen Marienthal: Ein Stück Arbeit, inspiriert von der unter Soziologen weltweit bekannten Studie „Die Arbeitslosen von Marienthal“ wie auch von dem Buch „Vita Activa oder Vom Tätigen Leben“ der deutsch-amerikanischen Politikwissenschaftlerin des 20. Jahrhunderts, Hannah Arendt. Als in den dreißiger Jahren des vorigen Jahrhunderts ein ganzes Dorf mit einem Schlag arbeitslos wurde, folgte nicht Revolte, sondern Resignation - die Einwohner versanken in tiefer Apathie. Zu sehen ist das Theaterstück am Ort des damaligen Geschehens, in Gramatneusiedl. Lesenswert ist auch der Gastkommentar von Monika Herschberger über das kürzliche zu Ende gegangene Kunst- und Kulturfestival TATORT Hernals. Und noch ein Rückblick: Katharina Fischer besuchte das Filmfestival Identities und berichtet über die erinnerungswürdigsten Filme. Apropos Film: Kate Bush veröffentlichte quasi soeben mit Director's Cut einen weiteren Meilenstein in ihrer Karriere. Auf ein Album von ihr muss man ja in der Regel einige Jahre warten, sich also ziemlich gedulden, aber es lohnt sich immer wieder. Anzubieten haben wir auch zwei Interviews. Jenes mit Heather Nova, das Robert Fischer führte, sowie das im Spaceroom zwischen Wien und Auckland entstandene Podcast Interview mit einem der führenden Orgel-Spieler, James Tibbles. Und weil das Stichwort Podcast gefallen ist: Nicht vorenthalten möchte ich wieder einmal die Audio-Podcast-Charts bei iTunes. Zurzeit sind wir mit einer Episode aus der Podcast-Reihe Kulturviertelstunde unter den Top 3, mit zwei Episoden unter den Top 4, mit sechs Episoden unter den Top 30, mit 10 Episoden unter den Top 100 und mit 23 Episoden unter den Top 200. Ergibt eine ziemlich gute Quote, wenn man das mal so flapsig formulieren darf. Und auch die Podcast-Reihe als Ganzes ist weiterhin Top platziert, nämlich auf Rang 5 in der Kategorie "Darstellende Kunst", bzw. auf Platz 30 in jener Wertung der iTunes-Charts, in der alle Sparten zusammengefasst sind. Da kann man nur sagen: Danke an die vielen Hörerinnen und Hörer! Somit wünscht die Redaktion eine apathiefreie Kulturwoche. (Manfred Horak; 30.6.2011)

Editorial Kulturbrief 126

Jazz und Artverwandtes...

knh2011-editorial...ist in dieser Ausgabe des Kulturbriefs der Schwerpunkt, und das hat seinen guten Grund, startet doch bereits am 15.6. das 21. Jazz Fest Wien, und zwar mit Marianne Faithfull und Matt Dusk. Das Eröffnungskonzert ist gleichzeitig eine Charity Gala für United Nations Women's Guild, jener Organisation, die sich für weltweit in Not geratene Kinder und Mütter einsetzt. Das diesjährige Jazzfest bietet ein super Programm mit erdenklich vielen Höhepunkten, wir haben für Euch eine (erste) Auswahl an CD-Rezensionen zusammengestellt und hieven noch einmal unser Interview mit Saxofour an die Oberfläche. Darüber hinaus gibt es auch jede Menge Eintrittskarten zu diversen Jazzfest-Wien-Konzerten zu gewinnen. Diesmal sind die Juni-Konzerte an der Reihe, beim nächsten Kulturbrief geht es diesbezüglich munter weiter. Und noch ein weiteres Festival startet diese Woche, allerdings zum ersten Mal, nämlich das Kunst- und Kulturfestival TATORT Hernals mit Kunst aus allen Sparten. In einem Zeitraum von zehn Tagen, zwischen 16. und 26. Juni 2011, werden ausgewählte Orte zwischen Elterleinplatz und Ottakringer Straße zum Experimentierfeld künstlerischen Handelns und Erlebens. Durch verschiedene künstlerische Projekte wie Ausstellungen, Performances und Interventionen im öffentlichen Raum, rückt der Vorstadtbezirk Hernals in den Fokus der Aufmerksamkeit. Künstler und Künstlerinnen, die in Hernals sowie auch überregional tätig sind, lassen sich auf die Begegnung mit bekannten und unbekannten Orten ein. Offiziell eröffnet wird der Veranstaltungsreigen am 18. Juni 2011 um 16 Uhr im Basislokal in der Geblergasse 47 in 1170 Wien. Diese 'low budget Festwoche Hernals' verspricht im Übrigen weitaus spannender zu werden als die 'Big Budget Festwochen', die wir gerade (zum Teil mit Schaudern; Stichwort Frank Castorf 'Der Spieler') erleben. Zwei Rückblicke (Wastwater und Mission) gibt es bereits zum Nachlesen, weitere werden folgen. Somit wünscht die Redaktion eine möglichst erfreuliche Kulturwoche. (Manfred Horak; 14.6.2011)

Editorial Kulturbrief 125

Hut ab!

lindenberg-65-2011Kürzlich feierte Wolfgang Niedecken von BAP seinen 60er, und jetzt ist Udo Lindenberg dran. 65 ist er nun, der u. a. den Satz prägte, "Alle Tage sind gleich lang jedoch verschieden breit". Während Rio Reiser mit Ton Steine Scherben den Schlüssel für Rock in deutscher Sprache fand, riss Udo Lindenberg mit dem Panik-Orchester und mit seiner schnoddrigen Alltagssprache die Türen weit auf. Dass er mit seinem bislang letzten Album Stark wie Zwei ein Udonautisches Album allererster Güte vorlegte und damit einen Riesenerfolg feiern konnte, haben nicht mehr allzu viele erwartet, aber für überraschende Lindenwerke war der Panik-Präsident ja immer wieder gut. Zu seinem 65er jedenfalls gibt es in Neuauflage zwei Bildbände, und wir zeigen euch, was man darin sehen und lesen kann. Und auch ein guter Freund von Lindenberg feierte dieser Tage (seinen 70.) Geburtstag: Eric Burdon. Und weil wir schon bei der Zahl 70 sind: Am 24.5. wird Bob Dylan 70; rund um seinen Geburtstag sind eine Vielzahl an Festivitäten im Gange, auch in Wien, z.B. ein mehrtägiges Symposium mit internationalen und hiesigen Dylanologen (19.-21.5.) im Amerikahaus, bis hin zu einem mehrstündigen Gesprächsabend am 26.5. in der Arena Bar (1050 Wien) mit Musikern, Literaten, Schauspielern und sogar einem Zen Meister, Live-Musik inklusive. Mehr über Dylan gibt es im nächsten Kulturbrief. Für diese Ausgabe sind wir einige Fragen nachgegangen, z.B. Wie Branka sich nach oben putzte, ob sich Nadine Beiler für das Song Contest Finale von Mireille Mathieu etwas auslieh, und warum Prokrastination zum Kurzschluss führt. Darüber hinaus gibt es wie immer einige Interviews, diesmal mit den MCs Flip, Huckey, Laima und Skero von Texta, sowie mit Edo Zanki, Julia Neigel und Lizzie Nunnery.
Gibt also wieder viel zu lesen und somit wünscht die Redaktion gleich mal eine lesefreudige Kulturwoche. (Manfred Horak; 19.5.2011)

Editorial Kulturbrief 124

In dieser Ausgabe beschreiten wir lange Wege.

viennafair-0003-2011Wir berichten über die emotionale Identifikation und dem Qualitätssiegel der Musik Box Austria, wir befassen uns ausführlich mit Alben wie "Die Manifestation des Kapitalismus in unserem Leben ist die Traurigkeit", kurz: DMD KIU LIDT, wir sprachen mit Sängerin Mary Lamaro von der Mary Broadcast Band, wir unterhielten uns mit dem Klassikmusiker Firmian Lermer über Mozarts Divertimento und führten ein Interview mit der Fotografin Nadja Meister über Pressefotografie als Beruf und Leidenschaft. Und: Wir werfen einen Blick auf Viennafair 2011 und haben nochmals nachgehört, was ein Solitär wie Bob Dylan auf seinem Debüt-Album sang (er wird im Mai 70 und - z.B. am 26.5. in der Arena Bar Wien - groß abgefeiert). Darüber hinaus gibt es jede Menge Rezensionen, sowie Konzertkritiken - von Pearl Jam, Paul Simon, Bruce Cockburn und Richard Thompson bis hin zu Texta, Bodo Wartke und In Extremo. Wir hörten vergleichsweise die neuen Alben von Attwenger und von BAP auf CD und im guten alten Vinyl-Format, und wir befassten uns mit Begriffen wie "Extremismus" und "totalitär" anhand des Buchs Dämonisierung durch Vergleich: DDR und Drittes Reich. Schließlich bieten wir Euch noch einige Live-Tipps, allen voran das Seewiesenfest im oberösterreichischen Kleinreiflingen am 28. Mai. Es gibt also wieder jede Menge zu lesen und zu hören. Die Redaktion wünscht somit eine unterhaltsame Kulturwoche. (Manfred Horak; 11.5.2011)
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Editorial Kulturbrief 123

Getting Ready for Christmas Day

the-dead-class-gewinnspielheißt das erste Lied auf dem neuen Paul Simon Album "So Beautiful or So What". Aber keine Sorge: Das Rennen um das erste Weihnachtsalbum 2011 ist damit nicht eröffnet, man kann es eher in jene Sorte von Song einordnen, wie wir es bereits z.B. von Lou Reed ("Xmas in February") oder von Steve Earle ("Christmas in Washington") kennen. Paul Simon ist nicht der einzige aus der älteren Musikergeneration (der Mann wird heuer 70), der ein neues gutes (wenn nicht sogar sehr gutes) Album vorlegt, da wäre z.B. auch Bruce Cockburn mit "Small Source of Comfort". Und weil jeder vom Paul Simon Album schwärmt (wie erwähnt, es ist ein gutes) - was Cockburn da vorlegt ist phänomenal, nicht nur, wenn er im Song "Call me Rose" singt: "My name was Richard Nixon only now I'm a girl / you wouldn't know it but I used to be the king of the world." Ho! Ho! Ho! Der 66-jährige Kanadier tourte übrigens immer wieder mal mit Richard Thompson, der wiederum im Vorjahr das Album "Dream Attic" veröffentlichte und heuer zum Jazzfest Wien und zum Musikfest Waidhofen/Thaya kommt. Nach 26 Jahren Österreich-Abwesenheit! Das muss groß gefeiert werden, so wie ja auch Bob Dylan zum 70er in Wien groß abgefeiert wird.

Aber halt, das sind ja eigentlich alles noch zukünftige Themen, die wir näher beleuchten werden, in dieser Ausgabe kommen andere zum Zug. Belle & Sebastian z.B., die am 16.4. im Gasometer aufspielen werden, sowie die junge Punk Band The Dead Class aus Liverpool, zu hören am 4. und 5. Mai in Wien und in Linz. Des weiteren haben wir ein Interview mit dem in Wien lebenden Musiker Matthias Jakisic geführt, der gleich 5-mal in der Kategorie "Hervorragende Musik" für "Stella 11" - den Preis für Darstellende Kunst für junges Publikum - nominiert wurde, und wir sind sowohl von der österreichischen Jazzpianistin Julia Siedl begeistert, die mit ihrem Quartett das hervorragende Debüt-Album "Minisawattack" vorlegt, wie auch von Billisich & Band und ihrem Album "Lasterlieder". Beide Bands sollte man unbedingt auch live hören.

Und aus. Die Redaktion wünscht eine erfrischende Kulturwoche. (Manfred Horak; 8.4.2011)

Editorial Kulturbrief 122

Anthropozän
avishai-cohen
Wir Menschen sind doch so was von toll, wir schaffen komplexe Vorgänge, können, dem Urknall auf der Spur, bis weit in die Vergangenheit blicken [und manche sogar in die Zukunft, Stichwort Zukunftsforscher, wobei ein Zukunftsforscher, Karlheinz Steinmüller, einmal relativierend meinte: "Prognosen machen wir ganz selten. Wir haben da eher den Spruch von Mark Twain verinnerlicht: 'Vorhersagen sind schwierig, besonders wenn sie die Zukunft betreffen.'"; Anm.], kreieren nicht nur Kunst, sondern auch Kunststoff, quasi einen Plastic Planet; wir verformen ganze Landstriche und wir sind ein Hort an Experten. Blöd nur, dass wir Experten an Überheblichkeit leiden und tatsächlich glauben unzerstörbares zum Wohle der Menschheit schaffen zu können - ob zu Lasten der Natur ist dabei sekundär, wie uns Tiefseebohrungen oder eben todsichere Atomkraftwerke zeigen. All dies gehört übrigens genauso ins Zeitalter der Menschen (Anthropozän) wie die Begriffe "Lebensstandard" und "Technologie". Wenn man diese zwei Faktoren und die Bevölkerungszahl miteinander multipliziert ergibt sich der Einfluss der Menschen, also wie der Mensch die Welt verändert (ausführlich nachzulesen in der März 2011-Ausgabe von National Geographic).
Kunst und Kultur bzw. Künstler an sich sind dabei oft Reflektoren, Spiegelvorhalter, Warner. Rio Reiser z.B. schrieb 1987 das Lied "Wann" (zu hören auf seinem Album Blinder Passagier): "Du sagst, du willst die Welt nicht ändern, und ich frag mich, wie machst Du das nur? / Du bist doch kein Geist in der Flasche und du bist auch kein Loch in der Natur. / Denn nach jedem Schritt, den du gehst und nach jedem Wort, das du sagt, / Und nach jedem Bissen, den du ißt, ist die Welt anders als sie vorher war. […] Du sagst, du willst die Welt nicht retten, das ist dir alles ne Nummer zu groß. / Und die Weltenretter war'n schon so oft da, nur die meisten verschlimmern's bloß. / Und doch fragt mich jeder neue Tag, auf welcher Seite ich steh. / Und ich schaff's einfach nicht, einfach zuzusehen, wie alles den Berg runtergeht. […] Du sagst, du willst die Welt nicht ändern, dann tun's eben andere für dich. / Und der Wald, in dem du vor Jahren noch gespielt hast, hat plötzlich ein steinernes Gesicht. / Und die Wiese, auf der du gerade noch liegst, ist morgen ne Autobahn. / Und wenn du jemals wieder zurückkommst, fängst alles wieder von vorne an. / Wann, wenn nicht jetzt? / Wo, wenn nicht hier? / Wie, wenn ohne Liebe? / Wer, wenn nicht wir?"
In diesem Sinne wünscht die Redaktion eine spannende und möglichst strahlenfreie Kulturwoche. (mh)
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Editorial Kulturbrief 121

"Na, Kleine(r), willst Du lieber mit Mama oder Papa ins Gefängnis oder willst Du lieber in ein Heim kommen bevor ihr abgeschoben werdet?"

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Am 22. Februar 2011 soll im Ministerrat die Novelle zum Asyl-, Fremdenpolizei- und Niederlassungsgesetz verabschiedet und im März im Parlament beschlossen werden. Das bedeutet eine der menschenverachtendsten Gesetzesnovellierungen in der Geschichte der Republik Österreich mit einer klaren Überschreitung der Grenzen der Menschwürde. Es wurde daher getan, was einfach zu tun war - es wurde ein Zeichen gesetzt. Gedreht wurde ein Spot mit dem Titel Lass ma's bleiben!, mit dabei u. a. Josef Hader, Lukas Resetarits, Gregor Seberg und Robert Palfrader. Es ist ja eigentlich schon beschämend, dass ein derartiger Spot überhaupt gedreht werden musste, und Fragen ergeben sich natürlich auch zuhauf, z.B.: Was sehen eigentlich all jene, die an dieser Novelle mitgearbeitet haben, tagtäglich, wenn sie in den Spiegel blicken? In diesem Sinne wünscht die Redaktion möglichst wenig Einfalt, sowie ein klares Veto gegen die geplanten gesetzlichen Verschärfungen. (mh)

Editorial Kulturbrief 120

copyrightDie IG Autorinnen Autoren, die Literar-Mechana und der Verlegerverband erklären das Jahr 2011 zum Jahr der Urheberrechte, das ist auch bitter notwendig, denn die Position der Urheber ist, vorsichtig formuliert, diffizil.




Editorial Kulturbrief 119

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Amoi geht's no!








Noch einmal, bevor das Jahr 2010 zu Ende geht, eine Vielzahl an neuen CD-DVD-Buch-Rezensionen, Filmkritiken und Konzertberichten (siehe Startseite), zugleich auch von unserer Seite die besten Wünsche für ein gelungenes Weihnachtsfest und ein super tolles neues Jahrzehnt. (24.12.2010; Manfred Horak)

Editorial Kulturbrief 118

Gleich mehrere Schwerpunkte bietet dieser Kulturbrief.

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Der Spannungsbogen reicht von der feministischen Avantgarde und der großartigen Ausstellung Birgit Jürgenssen Retrospektive im Bank Austria Kunstforum in Kooperation mit Sammlung Verbund, biegt in die Adventssinnlichkeit neuer Weihnachtsalben aus Österreich ein (mit dabei: Klaus Trabitsch und Otto Lechner, MoZuluArt, Mai Cocopelli, herztöne, Karin Bachner Group) und mündet zu Winterbeginn beim 70. Geburtstag von Frank Zappa. Dem Gitarristen wird mit "Grand Zappa" ein Buch im Riesenformat gewürdigt, das perfekt zum Gesamtwerk von Frank Zappa passt: es ist schwer und alles andere als handlich.

Ach ja, und getanzt wird (bzw. wurde) auch, gegensätzlicher könnte es gar nicht sein, Stichwort Morton Feldman (im WUK) und die Muppets (auf DVD). Vertiefend wird zudem vom Rand der Gesellschaft ins Kaminfeuer in der Wiener Stadthalle geblickt, danach begeben wir uns von einem anderen Stern ins Tiroler Landestheater, schauen Amy und die Wildgänse auf Blu-ray zu, betrachten das House of Leaves als labyrinthisches Hörspiel, gehen der Frage nach was uns wirklich ernährt, berichten vom neuen Dokumentarfilm des österreichischen Regisseurs Roland Wehap ("Burma displaced"), stellen in einem Interview das Debüt-Album "Brand New Recipe" von Susanne Plahl vor, baten Sarah Bettens von K’s Choice zu einem Gespräch und fragen uns, warum der Kinofilm Morning Glory mit Harrison Ford und Diane Keaton ein derartiger Hollywoodschmus werden musste. Dafür freuen wir uns umso mehr auf den regulären Kinostart von Elisabeth Scharangs Kinofilmdebüt Vielleicht in einem anderen Leben. In diesem Sinne: Nur nicht den Humor verlieren! Wie immer wünscht die Redaktion eine abschiebefreie Kulturwoche. (Manfred Horak; 16.12.2010)

Editorial Kulturbrief 117

Wien ist eine Festivalstadt.
 
sun-behind-clouds Diese Aussage kann rot unterstrichen werden (und grün natürlich auch). Wohin die Festivals führ(t)en kann in diesem Kulturbrief nachgelesen werden - ob Clowninfestival oder Internationales Filmfestival der Menschenrechte, ob Kinderfilmfestival oder Wien Modern, ob Tanzwut oder Blue Bird, man kann es nur wiederholen: Wien ist eine Festivalstadt. Da braucht es freilich schon jede Menge Kunst- und Kulturaffine Kondition, aber auch ein Durchhaltemantra, wie z.B. gemäß dem Motto des weltweit größten Stressfestivals: Lasst uns froh und munter sein... [Dazu mehr im nächsten Kulturbrief.]

Garniert wird diese Ausgabe mit Interviews; wie z.B. jenes mit Joanna Wozny, das Wolfgang Rauscher führte. Die Überschrift zum Interview, "Kompositionsauftrag meets Schinkenfleckerl", ist freilich rein zufällig (es gilt die Unschuldsvermutung). Noch mehr Interviews: William Orbit, der nach 10 Jahren den zweiten Teil seiner "Pieces in a Modern Style" vorlegt und der bereits Alben von Madonna, Blur, Beth Orton, Pink, Katie Melua und U2 produzierte, also weit herum kam. Für ein Interview stand mit Hannes Löschel ein weiterer reisefreudiger Musiker zur Verfügung. Sein aktuelles Album heißt "Songs of Innocence" und ist eine Hommage an William Blake; Mr. Blake kennt man vor allem dann, wenn man intensiv Van Morrison hört oder sich ganz profan für englische Literatur interessiert.

Apropos Literatur: Neben einigen Buchkritiken finden sich auch zwei Filmkritiken zum Thema Literatur (Der Geschichtenerzähler, Haus der magischen Geschichten) im Kulturbrief, wie natürlich auch die Filmkritik zum ersten Teil des Grande Finale der Literaturverfilmung von Harry Potter. Literatur findet bekanntlich nicht nur zwischen Buchseiten und auf Kinoleinwänden statt, sondern freilich auch im Theater. Wir waren bei einigen Aufführungen im Salon5 (Shakespeare), Dschungel Wien (Christiane F.), Theater Spielraum (Döblin), Theater zum Fürchten im Stadttheater Mödling (John Ford). Zu sehen gab es rockig düstere Theaterabende, gelungene Inszenierungen, Annäherungen auf eine ganz eigene und neue Art, Geschichten vom verletzt werden und der Macht zu verletzen.In diesem Sinne wünscht die Redaktion eine abschiebefreie Kulturwoche. (Manfred Horak; 25.11.2010)

Editorial Kulturbrief 116

In dieser Ausgabe geht es ziemlich hyperreal zu.

hyperreal01Und damit ist nicht nur die Ausstellung "Hyper Real" im MUMOK gemeint, sondern auch die assoziativen Musikwanderungen zum Festival Wien Modern. Das Festival wird von zwei "Wolfgängern" begleitet, die - zwischen önologischen Studien - über die geballte Ladung Neue Musik auf Kulturwoche.at berichten.

Und auch sonst gibt es wie gewohnt wieder jede Menge Kritiken, diesmal liegt der Schwerpunkt im performativen Bereich - Theater (Zwischen neun und neun im Salon5, Medea im Wiener Klassenzimmertheater), Musiktheater (Till Eulenspiegel bei Jeunesse Piccolo, Blue Man Group), Musik (Wien Modern, Gansch'n'Roses).

Ebenso im Fokus diverse Vorschauen, wie z.B. auf "Arts in Bushwick 2010 BETA spaces" - hier berichtet US-Korrespondentin Denise Riedlinger über die freie Kunstszene im New Yorker Stadtteil Bushwick im Bezirk Brooklyn. Weitere Vorschauen wie das Kinderfilmfestival und das Clowninfestival runden den aktuellen Kulturbrief ab. Bonustracks gibt es freilich auch: Z.B. ein (weiteres) Interview mit Violetta Parisini, eine (weitere) Filmkritik zur Viennale 2010, und einiges mehr. Entdeckung ist also angesagt.

Zwei spezielle Empfehlungen noch: Die Wiederaufnahme von Döblins "Berlin.Alexanderplatz" im Theater Spielraum und die Leseperformance "Krone.Verloren." von und mit Evelyn Blumenau. In diesem Sinne wünscht die Redaktion erneut eine abschiebefreie Kulturwoche. (Manfred Horak; 11.11.2010)

Editorial Kulturbrief 115

roland-neuwirth-60jahreDiese Ausgabe huldigt einen ganz Großen der österreichischen Musiklandschaft: Roland Josef Leopold Neuwirth feiert am 31.10. seinen 60. Geburtstag, Kulturwoche.at gratuliert herzlich und freut sich bereits auf die DVD, die im Rahmen seiner beiden Geburtstagskonzerte im Orpheum Wien am 30.10. (Beginn: 15 Uhr und 20 Uhr) aufgezeichnet werden.



Des weiteren gibt es auch noch ein sehr gelungenes Debüt-Album des österreichischen Gitarristen und Sänger Roland Daucher zu vermelden, eine fantasievolle Jazz-World-Reise durch das deutsche Volkslied von Edgar Knecht, neues von Bryan Ferry, der erstmals seit 1973 (!) mit Phil Manzanera, Andy Mackay UND Brian Eno einen Song aufnahm.

Im Fokus steht aber auch wieder einmal das gute alte Vinyl, das für erstaunliche Umsatzzuwächse sorgt. Wolfgang Rauscher sprach mit zwei Vinyl-Experten anlässlich der HiFi Messe klangBilder, Österreichs Messe für gehobene Unterhaltungselektronik, die zwischen 5. und 7. November 2010 im Hilton Plaza Vienna stattfindet.

Und es gibt natürlich auch wieder einige Kritiken von Live-Aufführungen, sei es aus dem WUK, sei es aus der Volksoper Wien, sei es aus dem Theater Spielraum, sowie freilich auch von der Viennale 2010.

In diesem Sinne wünscht die Redaktion erneut eine abschiebefreie Kulturwoche. (Manfred Horak; 27.10.2010)

Editorial Kulturbrief 114

'Recht muß Recht bleiben' und 'man muss sich an das Gesetz halten'.

migrantenkinder"Diese feige Ausrede verwenden gerade die, die solch unausgereifte und beliebig biegbare Gesetze, die zu so vielen, an den internationalen Menschenrechten kratzenden Härtefällen führen, beschlossen haben. Die Kritik an dieser Politik ohne Gewissen muss und wird immer lauter werden in der Hoffnung, dass die Regierungsparteien sich doch möglichst bald wieder auf ihren sozialen und christlichen Background besinnen", schrieb uns der Musiker, Fotograf und Visual-Artist Werner Puntigam, nachdem wir einige Musiker zur Abschiebung der 8-jährigen Komani-Zwillinge und deren Vater um ein Statement baten. Was Werner Puntigam sonst noch zum 'Härtefall Fekter' zu sagen hat, und was die anderen befragten Musiker/innen - Georg Breinschmid, Meena Cryle, Roland Neuwirth, Violetta Parisini, Walther Soyka und Irmie Vesselsky - zur Deportation meinen, kann man im Artikel Härtefall Fekter: Über das Unrecht Kinder zu deportieren nachlesen.

Bleiben wir beim Thema. Der Autor, Musiker und Geschäftsführer der IG Autorinnen Autoren, Gerhard Ruiss, verfaßte den folgenden Text mit der herzlichen Bitte um Unterzeichnung (Name, Berufsangabe, Wohnort; Retour-Mail an gr[at]literaturhaus.at) und zur Weiterverbreitung.

AUFRUF


Wir schieben Kinder ab

Die hier leben,
die hier den Kindergarten besuchen,
die hier in die Schule gehen,
die mit unseren Kindern in den Kindergärten und auf den Kinderspielplätzen spielen,
die Mitschüler und Mitschülerinnen unserer Kinder sind,
die Freundinnen und Freunde unserer Kinder sind,
die hier groß werden,
die deutsch sprechen und Deutsch zur Muttersprache haben,
die hier ausgebildet werden,
die Österreich zu ihrer Heimat haben,
die uns zu Nachbarn haben,
die mit uns leben!

Wir trennen Familien

Wir schieben ihre alleinerziehenden Mütter ab,
wir schieben ihre alleinerziehenden Väter ab,
wir schieben ihre Väter und Mütter ab,
wir schieben Teile von Familien ab und reißen sie auseinander,
wir schieben unsere Kolleginnen und Kollegen ab,
wir schieben unsere Mitbürger und Mitbürgerinnen ab,
die uns zu Nachbarn haben,
die uns zu Freunden haben!

Wir fordern

Die sofortige Einstellung ALLER Abschiebungen bis zu einer Neuregelung der Aufenthaltsbestimmungen. Wir fordern die umgehende Umsetzung eines Bleiberechts nach mehrjährigem Aufenthalt mit Rückwirkung für alle, die bereits abgeschoben wurden, und auf die das gleiche zutrifft. Wir fordern die uneingeschränkte Einhaltung der Menschenrechte!

Gerhard Altmann, Autor, Pöttsching/Bgld.
Sabine Gruber, Autorin, Wien
Manfred Horak, Journalist, Herausgeber Kulturwoche.at, Wien
Alois Hotschnig, Autor, Innsbruck/Tir.
Robert Huez, Leiter der Dokumentationsstelle für neuere österreichische Literatur, Wien
Hahnrei Wolf Käfer, Autor, Wien
Johanna König, Autorin, Klagenfurt/Ktn.
Walter Kohl, Autor, Eidberg bei Linz/OÖ.
Erika Kronabitter, Autorin, bildende Künstlerin, Feldkirch/Vbg.
Nils Jensen, Autor, Herausgeber Zeitschrift „Buchkultur“, Wien
Anna Mitgutsch, Autorin, Vertreterin für Kunst im Publikumsrat des ORF, Vize-Präsidentin der IG Autorinnen Autoren, Linz/OÖ.
Ursula Prutsch, Autorin, Historikerin, Universitätsprofessorin, Wien, Pöllau/Stmk., München/D
Werner Richter, literarischer Übersetzer, Präsident der Übersetzergemeinschaft, Gerasdorf/NÖ.
Gerhard Ruiss, Autor, Musiker, Geschäftsführer der IG Autorinnen Autoren, Wien
Hamid Sadr, Autor, Wien
Franz Schuh, Autor, Wien
Silvia Treudl, Autorin, Leiterin des UNLOE – Unabhängiges Literaturhaus, Wien-Krems/NÖ.
Heinz R. Unger, Schriftsteller, Wien
Renate Welsh, Autorin, Präsidentin der IG Autorinnen Autoren, Wien
Klaus Zeyringer, Literaturwissenschaftler, Universitätsprofessor, Wien, Pöllau/Stkm.-Angers/F
O.P.Zier, Autor, St. Johann im Pongau/Sbg.

In diesem Sinne wünscht die Redaktion eine abschiebefreie Kulturwoche. (Manfred Horak; 15.10.2010)

Editorial Kulturbrief 113

Die Wahl ist vorbei und da stehen sie nun mit dem betropezten Lächeln im Gesicht und verkünden ihre Niederlage als ganz besonders wichtigen Sieg. unit-gewinnspiel

Das Prozedere ist immergleich, neu hingegen ist, dass die Parteifrauenmänner gemeinsam ihren Wahlsonntag im Lied "Die wahren Gewinner sind wir" besingen. The Leader of the Pack ist der Vogelvau-Franzi an der Schrumm-Gitarre, begleitet wird er von den Proporzsängern Die Steirergoalies. Und los geht's! Woan, Du, Fri, Foa...


Diese Wahl zeigt uns einwandfrei:
Der Wählertrend geht immer mehr zu unsrer Partei,
Denn die erdrutschartigen Verluste heute liegen nur
An der ungewöhnlich sonderbaren Wählerstruktur!
Und in dem, was Sie da eine Wahlschlappe nennen,
Ist der Aufwärtstrend doch überdeutlich zu erkennen.
Seh'n Sie, unsere Verluste war'n noch niemals so gut,
Der Kurs stimmt, weiter so, dieses Ergebnis macht Mut!

Unser Sieg sieht nur beim ersten Blick wie eine Katastrophe aus,
Vorübergehend sind wir zwar im tiefen Wellental,
Aber dieser Tiefpunkt ist wie ein Hoffnungssignal!
Man darf die Wechselwähler nur nicht wegdiskutieren -
Und den Wettereinfluß auf sie aus den Augen verlieren!
Die Massen wollen uns und das ganz allein zählt,
Und wenn nun heut nicht grade Sonntag wär',
hätten sie uns gewählt!

Dieser Liedtext stammt natürlich nicht von hiesigen Politikern, sondern wurde bereits im Jahr 1990 aufgenommen (und beinhaltet zudem noch eine weitere Strophe). Nur: Von wem ist das Lied? Wer glaubt, die richtige Antwort zu wissen, schicke doch ein E-Mail mit Name und Postanschrift an mh[at]kulturwoche.at. Zu gewinnen gibt es die CD Tua weida von Denk. Zu weiteren Gewinnspielen geht es HIER LANG und zum Kulturbrief-Abo bitte schön DIESEN LINK verwenden.

Im Übrigen wünscht die Redaktion wie immer eine vielfältige Kulturwoche. (Manfred Horak; 28.9.2010)

Editorial Kulturbrief 112

Diesmal mit dem Themenschwerpunkt Musik, und hier wiederum Musik aus Österreich.
fatima-wienmusik2010
Neuerscheinungen wie jene von Georg Breinschmid ("Brein's World"), Herb Berger ("The Bitter End"), Nenad Vasilic ("Just Fly") und "Tua weida" von Denk (sind auch schon wieder 10 Jahre alt - Respekt!) stehen ebenso im Mittelpunkt wie die Bandgeschichte von Minisex ("Maximum Minisex") und die Kompilationen "WienMusik 2010" und "Migrant Music Vienna".


Darüber hinaus gibt es zwei Interviews (diesmal zu lesen und nicht zu hören) mit Simone Kopmajer zu ihrem Österreich-Debüt "Didn't You Say" und mit Raphael Wressnig zu seinem aktuellen Album "Party Factor".

Im Fokus steht aber auch die Frida Kahlo Retrospektive im Bank Austria Kunstforum Wien, sowie zwei Nachberichte: die Premierenkritik zu Das Nibelungenlied von und mit Justus Neumann und die Kritik zum Auftritt von Rickie Lee Jones.

Im Übrigen wünscht die Redaktion wie immer eine spannende Kulturwoche und eine möglichst kulturelle Vielfalt. (Manfred Horak; 16.9.2010)


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