Die (aktuell) vermutlich beste Rock-Band Österreichs gastierte kürzlich im Wiener Jazz and Music Club Porgy & Bess: Meena Cryle and Chris Fillmore Band. Die Idee zu dieser Superlative kam mir während des Konzerts, war nämlich bereits die Performance im ORF Radiokulturhaus herausragend, so zeigte die Band bei ungleich besseren klangtechnischen Bedingungen vollends ihr Können auf. Hut ab, und somit sei nochmals eindringlich das Album "Feel Me" (Ruf Rec./Lotus) empfohlen - und natürlich das Interview mit Meena. Am gleichen Ort präsentierte Christian Ludwig Attersee mit seinen Freunden Hermann Nitsch, Gerhard Rühm, Ingrid und Oswald Wiener, sowie Bernd Jeschek (mit Texten von Günter Brus) die bei Paladino Music veröffentlichte Multimedia-Box "Attersee und seine Freunde". Zu hören gab es ein Klaviertreiben an 2 Klavieren, ein Ein-Ton-Orgelmysterium von Nitsch, Moritaten vom erstaunlich jung gebliebenen Gerhard Rühm und - als Höhepunkt - ein atterseeisiertes Textklangbild mit dem Titel "Fleisch und Blut". Das war schon sehr meisterhaft. Attersee stand übrigens zu einem ausführlichen Interview zur Verfügung, Motto: Rücksichtslose Unterhaltung. Weitere Interviews, die in dieser Kulturbrief-Ausgabe präsentiert werden: Der zweite Teil des Gesprächs mit Violetta Parisini, zwei Episoden aus der TU Wien-Kulturwoche.at-Produktion "Berufsfeld Architektur" - eines mit Caramel Architekten Alexander Diem, das andere mit der freien Architektin Rita Reisinger-Schöbel aus Wien. Ganz nah an Wien dran ist auch unsere junge Podcast-Reihe Weana Wörter. Teil 2 beschäftigt sich mit den Ein-Laut-Wörtern. Szenenwechsel: In der Bauernhof-Idylle Jazz eingeatmet hat Kulturwoche.at-Redakteurin Denise Riedlinger, die beim Jazz-am-Bauernhof-Festival INNtöne die kalifornische Sängerin Carmen Bradford - die letzte Sängerin der legendären Count Basie Band - vors Mikrofon bekam. Und schließlich haben wir auch noch ein Interview mit dem Star-Pianisten Christopher Hinterhuber, der aktuell auch Teil des Altenberg Trio ist, anzubieten. Somit kommen wir noch kurz zu den Wiener Festwochen, da hat sich mittlerweile auch einiges an Kritiken angesammelt, sei es zum Stück Made In Austria, sei es zur halbmodernen Regieneurose Makulatur von Paulus Hochgatterer, um an dieser Stelle nur zwei zu erwähnen. Last but not least berichtet Tristan Jorde über die Uraufführung Gemmadann von Camerata Wien und dem Chor Gegenstimmen im Konzerthaus Wien. Thema des Stücks: Die Arbeiter von Wien. (Manfred Horak; 15.6.2012)
11 Interviews und die neue Podcast Reihe "Weana Wörter" über das Wienerische im Alltag...
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..stehen im Mittelpunkt dieser Kulturbrief-Ausgabe. In der ersten Episode von Weana Wörter dreht sich alles um selbiges, also von "drahn" und all den damit verbundenen Redewendungen und Nuancen im wienerischen. Neben der Video Podcast Reihe Berufsfeld Architektur als Koproduktion von TU Wien und Kulturwoche.at ist dies nun eine weitere Koproduktion, und zwar von Rudi Gratzl von der Band wienerglühn, Tommy Tatzber von der Band BLAU AG und Kulturwoche.at. Wie gewohnt kann auch diese Podcast-Reihe denkbar einfach abonniert werden, z.B. auf iTunes. Anlass für die Podcast-Reihe ist übrigens die Veranstaltungsreihe Weana Wötn von Gratzl und Tatzber in der Arena Bar. Die nächste Veranstaltung findet am 16.5. um 20 Uhr statt. In der Arena Bar wird es übrigens auch wieder einen Gesprächsabend (mit Live-Musik und Lesung) über Leben und Werk von Bob Dylan geben, und zwar am 25.5. um 20 Uhr. Als Gesprächsgast mit dabei ist u.a. Meena Cryle, mit der es in dieser Ausgabe auch ein Interview über ihr neues fantastisches Album "Feel Me" im Rahmen der Podcast-Reihe Kulturviertelstunde nachzuhören gibt. Ja, und Festwochen-Zeit ist auch wieder, die erste Premierenkritik zum Stück Melancholie und Protest ist bereits Online. Lola Arias' Erkundungen der möglichen Dimension(en) des Politischen geht dabei der Frage nach, wie politisch die Krankheit ist und wie privat der Protest. Somit wünscht die Redaktion eine gesunde Kulturwoche. (Manfred Horak; 15.5.2012)
Große Gefühle...
...in großer Besetzung erlebte das Publikum mit Meena Cryle und Chris Fillmore Band im ORF Radiokulturhaus. Die Band präsentierte das neue Album "Feel Me" - dem würdigen Nachfolger von "Try Me" - und beweisen damit erneut, dass ihre Musik nicht nur international ausgerichtet, sondern auch international konkurrenzfähig ist. Mit Giantree stellen wir in dieser Ausgabe eine weitere Band aus Wien vor, die mit "We All Yell" Pop vom Feinsten veröffentlicht. Lambchop legte ja bekanntermaßen auch wieder einmal ein Album vor. Titel: "Mr. M". Die Konzertkritik zum Auftritt im Wiener Konzerhaus hatten wir ja bereits, nun folgt die CD-Kritik. Zwei Artikel-Reihen werden ebenfalls fortgeführt, nämlich Teil 5 von Pink Floyd Remastered, sowie der zweite (und letzte) Teil über Duane Eddy. Sehr empfehlenswert sind übrigens auch die aus dem Archiv geholten Aufnahmen für die Kompilation Lovers Rock & Rare Groove in the UK, jener Stilrichtung des Reggae, die von Mitte der 1970er Jahre bis in die frühen 1990er Jahre ziemlich beliebt war. Womit wir bei den dieswöchigen Interviews angelangt sind. Zwei neue Episoden aus der Vodcast-Reihe "Berufsfeld Architektur" mit Franz Sam und Kristina Schinegger warten ebenso gehört und gesehen zu werden wie das Podcast Interview mit The Little Band From Gingerland alias Angela Tröndle und Sophie Abraham. Zwei junge österreichische Musikerinnen mit viel Mut und noch mehr Ideen. In Wien lebt auch die im Iran geborene Musikerin Hoda Mohajerani, die vor kurzem ihre famose Debüt-EP "Arrivals" veröffentlichte und in einem Kaffeehaus zu einem Interview bereit war. Ein ausführliches Gespräch zu lesen gibt es schließlich auch über den Gitarristen Jimi Dolezal, der zuletzt mit der Mary Broadcast Band tourte und auch beim Festival Vienna Blues Spring live zu hören sein wird. Somit wünscht die Redaktion eine kulturreiche Osterwoche. (Manfred Horak; 31.3.2012)
Zwei bemerkenswerte Alben aus Österreich
stehen in dieser Ausgabe im Fokus, nämlich "The Beantown Experience" von Alex Pinter Quintet und "Fire" von Georg Breinschmid. Letzterer ist für sein Vorgänger-Album "Brein's World" in der Kategorie Jazz/World/Blues des Amadeus Award nominiert. Die Stimmabgabe ist noch bis inklusive 01.04.2012 möglich; jeder Nutzer mit gültiger E-Mailadresse kann ein Mal pro Woche seine Stimme abgeben. Spannend gestalten sich auch die Fragen über Sinn und Unsinn am Kunstbetrieb Theater, zu sehen im Schauspielhaus Wien und nachbetrachtet von Kathrin Blasbichler. Der Sonne entgegen ging Franziska Eibenberger und begab sich auf den Muckenkogel und in die Stockerhütte. Wohin querdenken und hinterfragen führt, um einen unkonventionellen und konzeptiven Zugang zu finden, erzählt hingegen Gerd Erhartt von Querkraft Architekten in unserer Vodcast-Reihe Berufsfeld Architektur und der in Wien lebende Musiker Mike Scharf sprach mit Denise Riedlinger über seine transzendente Musik mit Intellekt. Weitergeführt wird auch wieder unsere Artikelreihe Pink Floyd Remastered, das es in Kürze auch als eigene Podcast-Reihe geben wird. (Manfred Horak; 16.3.2012)
Am 1. Mai 2012 wird im Wiener Volkstheater Österreichs begehrtester Musikpreis verliehen, der Amadeus Austrian Music Award. Nachdem die Juroren (u. a. Robert Fischer und Manfred Horak von Kulturwoche.at) ihre Stimmen abgegeben haben, stehen nun die Nominierungen fest - erfreulicherweise sind auch einige darunter, die wir besonders schätzen, z.B. Georg Breinschmid, Harri Stojka, Attwenger, Violetta Parisini, Hubert von Goisern, Otto Lechner und Klaus Trabitsch, sowie Ja, Panik. Jetzt seid ihr dran, um für eure Favoriten die Stimme abzugeben. Das Verfahren ist simpel. Das Voting-Tool steht auf www.amadeusawards.at/voting zur Verfügung. Die Stimmabgabe ist bis inklusive 01.04.2012 möglich; jeder Nutzer mit gültiger E-Mailadresse kann ein Mal pro Woche seine Stimme abgeben. Ansonsten geben wir in dieser Kulturbrief-Ausgabe wieder jede Menge Live-Tipps ab und berichten wie gewohnt von vergangenen Performances. Quasi in eigener Sache wollen wir an dieser Stelle auch gleich an den Gedenkabend an Ludwig Hirsch hinweisen, der am 3.3. in der Arena Bar (1050 Wien) über die Bühne gehen wird (Ludwig Hirsch wäre ja am 28. Februar 66 Jahre alt geworden). Eine Spurensuche mit den Gesprächsgästen Johann 'Johnny' M. Bertl, Gerhard Ruiss, Peter Schleicher, Maria Seifert und Toni Stricker und mit Live-Musik von Markus Hackl und The Wichita. (Manfred Horak; 23.2.2012)
Kunst hat Recht![]() Ende Jänner 2012 wird die Initiative "Kunst hat Recht" der Öffentlichkeit vorgestellt. "Kunst hat Recht" ist eine Aktion österreichischer Kunstschaffender zur Stärkung der Urheber- und Nutzungsrechte der Künstler/innen. Die dazu verfasste Deklaration soll möglichst viele Unterzeichner/innen (Einzelpersonen als auch Einrichtungen) finden. Zum gesamten Text der Deklaration und zur Unterzeichnungsmöglichkeit geht es HIER. Ansonsten führt der Weg diesmal vom hochkarätigen Dokumentationsfilm "Living in the Material World" von Martin Scorsese über das Leben und Werk von George Harrison bis hin zu den Premierenkritiken "Iba de gaunz oamen Leit" von Christine Nöstlinger (im Rabenhof) und "Samurai/Futuresong" von Dea Loher (im Theater Drachengasse). Und was nicht im Theater gesehen werden kann, sollte auf Tonträger gehört werden, z.B. "Pictures at an Exhibition", neu arrangiert von Flip Philipp für das Vienna Symphony Jazz Project. Ein echtes Gesamtkunstwerk, wird doch der Mussorgsky-Jazz von Evelyn Grills beeindruckenden Bildern ergänzt. Ein erstaunliches (Jazz-)Album legt auch Olivia Trummer auf "Poesiealbum" vor, deren Texte (in deutscher Sprache) zielsicher den Nerv der Gegenwart einfangen. Zu hören (und sehen) gibt es aber auch wieder einige Interviews, wie z.B. aus der Video-Podcast-Reihe "Berufsfeld Architektur" ein Gespräch mit dem japanisch-österreichischen Architektenteam Misa Shibukawa und Raphael Eder, sowie ein Künstlergespräch in der Podcast-Reihe "Paladino News" mit Martin Rummel und Norman Shetler zu deren Aufnahme der Schubert'schen "Winterreise". Augenfällig übrigens die Cover-Gestaltung, die vom Cartoonisten Rudi Klein stammt. Weiterhin bristant und aktuell das Thema 'Literaturförderung in Wien'. In unserer jüngsten Podcast-Reihe "Kunst.Kultur.Diskurs" kann nun die zweitägige Literaturförderungsenquete zur Gänze nachgehört werden. (Manfred Horak; 19.1.2012) |
Vier von mir produzierte Podcast Reihen befinden sich derzeit in der iTunes Wertung "Top Kunst-Podcasts", nämlich die Kulturviertelstunde und Filmkultur aus dem Hause Kulturwoche.at, sowie die Podcast-Reihe für das Bank Austria Kunstforum Wien und sogar die mittlerweile - als Folge von Subventionskürzungen auf Initiative der Grünen und der Wurschtigkeit der SPÖ - eingestellte Podcast-Reihe für K2 in Centrope. Sage und schreibe 26 Podcast Episoden von den Podcast-Reihen 'Kulturviertelstunde' und 'Filmkultur' befinden sich dabei in den Top 200. Anders formuliert: Fast jede 7. aufgelistete Podcast Episode in der Kategorie "[Darstellende] Kunst" wurde von Kulturwoche.at produziert. Erstaunlich, wenn man bedenkt, das täglich tausende an Podcast-Episoden alleine im deutschsprachigen Raum freigegeben werden. 
...schrieb William Blake vor gut zweihundert Jahren, und: "Manchem erscheint die Natur ganz lächerlich und verbildet [...] und mancher sieht überhaupt kaum die Natur. Aber den Augen eines mit Fantasie begabten Menschen ist die Natur selbst Fantasie. Wie ein Mensch ist, so sieht er." In "Haben oder Sein" schrieb der Psychoanalytiker und Sozialphilosoph Erich Fromm wiederum: "Wir waren im Begriff, Götter zu werden, mächtige Wesen, die eine zweite Welt erschaffen konnten, wobei uns die Natur nur die Bausteine für unsere neue Schöpfung zu liefern brauchte." Aus dem ursprünglichen Vorhaben jedenfalls, Wissen als Macht einzusetzen und sich der Natur zu unterwerfen, um diese nutzen zu können, passierte das genaue Gegenteil, ein Fatalismus: Aus den von uns geschaffenen wissenschaftlich-technischen Möglichkeiten wurden wir so gierig die Natur zu unterwerfen, um sie auszubeuten.
Dies sang einmal Georg Danzer, dessen Lebenswerk (27 Studio-Alben! Wobei: es gäbe noch mehr, aber einige mussten außen vor bleiben) nun in einer Remastered-Serie, teilweise erstmals auf CD, vorliegt. Remastered (hier muss man eigentlich sagen: erneut remastered) wurden auch die 14 Studio-Alben von Pink Floyd. Beiden widmen wir eine groß angelegte Artikel-Reihe, die jeweils ersten drei Teile sind bereits Online.

Als Literaturwissenschaftlerin ist Hip Hop für mich vor allem eines: Die größte Kunstform. Jeder MC, der sich nicht für die typischen "Ich bin geil, ihr seid scheiße"-Texte hergibt ist ein einzigartiger Lyriker. Für das Schreiben von Raptexten braucht man vor allem Übung und auch eine gehörige Portion Talent für den Umgang mit Sprache.
Jazz und Artverwandtes setzt sich auch in dieser Ausgabe des Kulturbriefs durch, nicht nur, aber auch. Neben einem Rückblick auf das Konzert von Ben Sidran im Porgy & Bess gibt es einige detaillierte Blicke auf die aktuellen Alben u. a. von Marilyn Mazur, Pee Wee Ellis, Madeleine Peyroux und Cyndi Lauper, deren Konzerte beim Jazzfest Wien ja allesamt noch anstehen. Des weiteren werfen wir einen Blick auf Nova Rock 2011 zurück und berichten, was kommt, z.B. das SPLASH! Festival in Gräfenhainichen bei Leipzig und die Uraufführung vom Theaterstück Guter Morgen Marienthal: Ein Stück Arbeit, inspiriert von der unter Soziologen weltweit bekannten Studie „Die Arbeitslosen von Marienthal“ wie auch von dem Buch „Vita Activa oder Vom Tätigen Leben“ der deutsch-amerikanischen Politikwissenschaftlerin des 20. Jahrhunderts, Hannah Arendt. Als in den dreißiger Jahren des vorigen Jahrhunderts ein ganzes Dorf mit einem Schlag arbeitslos wurde, folgte nicht Revolte, sondern Resignation - die Einwohner versanken in tiefer Apathie. Zu sehen ist das Theaterstück am Ort des damaligen Geschehens, in Gramatneusiedl. Lesenswert ist auch der Gastkommentar von Monika Herschberger über das kürzliche zu Ende gegangene Kunst- und Kulturfestival TATORT Hernals. Und noch ein Rückblick: Katharina Fischer besuchte das Filmfestival Identities und berichtet über die erinnerungswürdigsten Filme. Apropos Film: Kate Bush veröffentlichte quasi soeben mit Director's Cut einen weiteren Meilenstein in ihrer Karriere. Auf ein Album von ihr muss man ja in der Regel einige Jahre warten, sich also ziemlich gedulden, aber es lohnt sich immer wieder. Anzubieten haben wir auch zwei Interviews. Jenes mit Heather Nova, das Robert Fischer führte, sowie das im Spaceroom zwischen Wien und Auckland entstandene Podcast Interview mit einem der führenden Orgel-Spieler, James Tibbles. Und weil das Stichwort Podcast gefallen ist: Nicht vorenthalten möchte ich wieder einmal die Audio-Podcast-Charts bei iTunes. Zurzeit sind wir mit einer Episode aus der Podcast-Reihe Kulturviertelstunde unter den Top 3, mit zwei Episoden unter den Top 4, mit sechs Episoden unter den Top 30, mit 10 Episoden unter den Top 100 und mit 23 Episoden unter den Top 200. Ergibt eine ziemlich gute Quote, wenn man das mal so flapsig formulieren darf. Und auch die Podcast-Reihe als Ganzes ist weiterhin Top platziert, nämlich auf Rang 5 in der Kategorie "Darstellende Kunst", bzw. auf Platz 30 in jener Wertung der iTunes-Charts, in der alle Sparten zusammengefasst sind. Da kann man nur sagen: Danke an die vielen Hörerinnen und Hörer! Somit wünscht die Redaktion eine apathiefreie Kulturwoche. (Manfred Horak; 30.6.2011)
...ist in dieser Ausgabe des Kulturbriefs der Schwerpunkt, und das hat seinen guten Grund, startet doch bereits am 15.6. das 21. Jazz Fest Wien, und zwar mit Marianne Faithfull und Matt Dusk. Das Eröffnungskonzert ist gleichzeitig eine Charity Gala für United Nations Women's Guild, jener Organisation, die sich für weltweit in Not geratene Kinder und Mütter einsetzt. Das diesjährige Jazzfest bietet ein super Programm mit erdenklich vielen Höhepunkten, wir haben für Euch eine (erste) Auswahl an CD-Rezensionen zusammengestellt und hieven noch einmal unser Interview mit Saxofour an die Oberfläche. Darüber hinaus gibt es auch jede Menge Eintrittskarten zu diversen Jazzfest-Wien-Konzerten zu gewinnen. Diesmal sind die Juni-Konzerte an der Reihe, beim nächsten Kulturbrief geht es diesbezüglich munter weiter. Und noch ein weiteres Festival startet diese Woche, allerdings zum ersten Mal, nämlich das Kunst- und Kulturfestival TATORT Hernals mit Kunst aus allen Sparten. In einem Zeitraum von zehn Tagen, zwischen 16. und 26. Juni 2011, werden ausgewählte Orte zwischen Elterleinplatz und Ottakringer Straße zum Experimentierfeld künstlerischen Handelns und Erlebens. Durch verschiedene künstlerische Projekte wie Ausstellungen, Performances und Interventionen im öffentlichen Raum, rückt der Vorstadtbezirk Hernals in den Fokus der Aufmerksamkeit. Künstler und Künstlerinnen, die in Hernals sowie auch überregional tätig sind, lassen sich auf die Begegnung mit bekannten und unbekannten Orten ein. Offiziell eröffnet wird der Veranstaltungsreigen am 18. Juni 2011 um 16 Uhr im Basislokal in der Geblergasse 47 in 1170 Wien. Diese 'low budget Festwoche Hernals' verspricht im Übrigen weitaus spannender zu werden als die 'Big Budget Festwochen', die wir gerade (zum Teil mit Schaudern; Stichwort Frank Castorf 'Der Spieler') erleben. Zwei Rückblicke (Wastwater und Mission) gibt es bereits zum Nachlesen, weitere werden folgen. Somit wünscht die Redaktion eine möglichst erfreuliche Kulturwoche. (Manfred Horak; 14.6.2011)
Kürzlich feierte Wolfgang Niedecken von BAP seinen 60er, und jetzt ist Udo Lindenberg dran. 65 ist er nun, der u. a. den Satz prägte, "Alle Tage sind gleich lang jedoch verschieden breit". Während Rio Reiser mit Ton Steine Scherben den Schlüssel für Rock in deutscher Sprache fand, riss Udo Lindenberg mit dem Panik-Orchester und mit seiner schnoddrigen Alltagssprache die Türen weit auf. Dass er mit seinem bislang letzten Album Stark wie Zwei ein Udonautisches Album allererster Güte vorlegte und damit einen Riesenerfolg feiern konnte, haben nicht mehr allzu viele erwartet, aber für überraschende Lindenwerke war der Panik-Präsident ja immer wieder gut. Zu seinem 65er jedenfalls gibt es in Neuauflage zwei Bildbände, und wir zeigen euch, was man darin sehen und lesen kann. Und auch ein guter Freund von Lindenberg feierte dieser Tage (seinen 70.) Geburtstag: Eric Burdon. Und weil wir schon bei der Zahl 70 sind: Am 24.5. wird Bob Dylan 70; rund um seinen Geburtstag sind eine Vielzahl an Festivitäten im Gange, auch in Wien, z.B. ein mehrtägiges Symposium mit internationalen und hiesigen Dylanologen (19.-21.5.) im Amerikahaus, bis hin zu einem mehrstündigen Gesprächsabend am 26.5. in der Arena Bar (1050 Wien) mit Musikern, Literaten, Schauspielern und sogar einem Zen Meister, Live-Musik inklusive. Mehr über Dylan gibt es im nächsten Kulturbrief. Für diese Ausgabe sind wir einige Fragen nachgegangen, z.B. Wie Branka sich nach oben putzte, ob sich Nadine Beiler für das Song Contest Finale von Mireille Mathieu etwas auslieh, und warum Prokrastination zum Kurzschluss führt. Darüber hinaus gibt es wie immer einige Interviews, diesmal mit den MCs Flip, Huckey, Laima und Skero von Texta, sowie mit Edo Zanki, Julia Neigel und Lizzie Nunnery.
Wir berichten über die emotionale Identifikation und dem Qualitätssiegel der Musik Box Austria, wir befassen uns ausführlich mit Alben wie "Die Manifestation des Kapitalismus in unserem Leben ist die Traurigkeit", kurz: DMD KIU LIDT, wir sprachen mit Sängerin Mary Lamaro von der Mary Broadcast Band, wir unterhielten uns mit dem Klassikmusiker Firmian Lermer über Mozarts Divertimento und führten ein Interview mit der Fotografin Nadja Meister über Pressefotografie als Beruf und Leidenschaft. Und: Wir werfen einen Blick auf Viennafair 2011 und haben nochmals nachgehört, was ein Solitär wie Bob Dylan auf seinem Debüt-Album sang (er wird im Mai 70 und - z.B. am 26.5. in der Arena Bar Wien - groß abgefeiert). Darüber hinaus gibt es jede Menge Rezensionen, sowie Konzertkritiken - von Pearl Jam, Paul Simon, Bruce Cockburn und Richard Thompson bis hin zu Texta, Bodo Wartke und In Extremo. Wir hörten vergleichsweise die neuen Alben von Attwenger und von BAP auf CD und im guten alten Vinyl-Format, und wir befassten uns mit Begriffen wie "Extremismus" und "totalitär" anhand des Buchs Dämonisierung durch Vergleich: DDR und Drittes Reich. Schließlich bieten wir Euch noch einige Live-Tipps, allen voran das Seewiesenfest im oberösterreichischen Kleinreiflingen am 28. Mai. Es gibt also wieder jede Menge zu lesen und zu hören. Die Redaktion wünscht somit eine unterhaltsame Kulturwoche. (Manfred Horak; 11.5.2011)
heißt das erste Lied auf dem neuen Paul Simon Album "So Beautiful or So What". Aber keine Sorge: Das Rennen um das erste Weihnachtsalbum 2011 ist damit nicht eröffnet, man kann es eher in jene Sorte von Song einordnen, wie wir es bereits z.B. von Lou Reed ("Xmas in February") oder von Steve Earle ("Christmas in Washington") kennen. Paul Simon ist nicht der einzige aus der älteren Musikergeneration (der Mann wird heuer 70), der ein neues gutes (wenn nicht sogar sehr gutes) Album vorlegt, da wäre z.B. auch Bruce Cockburn mit "Small Source of Comfort". Und weil jeder vom Paul Simon Album schwärmt (wie erwähnt, es ist ein gutes) - was Cockburn da vorlegt ist phänomenal, nicht nur, wenn er im Song "Call me Rose" singt: "My name was Richard Nixon only now I'm a girl / you wouldn't know it but I used to be the king of the world." Ho! Ho! Ho! Der 66-jährige Kanadier tourte übrigens immer wieder mal mit Richard Thompson, der wiederum im Vorjahr das Album "Dream Attic" veröffentlichte und heuer zum Jazzfest Wien und zum Musikfest Waidhofen/Thaya kommt. Nach 26 Jahren Österreich-Abwesenheit! Das muss groß gefeiert werden, so wie ja auch Bob Dylan zum 70er in Wien groß abgefeiert wird.

Die IG Autorinnen Autoren, die Literar-Mechana und der Verlegerverband erklären das Jahr 2011 zum Jahr der Urheberrechte, das ist auch bitter notwendig, denn die Position der Urheber ist, vorsichtig formuliert, diffizil.


Diese Aussage kann rot unterstrichen werden (und grün natürlich auch). Wohin die Festivals führ(t)en kann in diesem Kulturbrief nachgelesen werden - ob Clowninfestival oder Internationales Filmfestival der Menschenrechte, ob Kinderfilmfestival oder Wien Modern, ob Tanzwut oder Blue Bird, man kann es nur wiederholen: Wien ist eine Festivalstadt. Da braucht es freilich schon jede Menge Kunst- und Kulturaffine Kondition, aber auch ein Durchhaltemantra, wie z.B. gemäß dem Motto des weltweit größten Stressfestivals: Lasst uns froh und munter sein... [Dazu mehr im nächsten Kulturbrief.]
Und damit ist nicht nur die Ausstellung "Hyper Real" im MUMOK gemeint, sondern auch die assoziativen Musikwanderungen zum Festival Wien Modern. Das Festival wird von zwei "Wolfgängern" begleitet, die - zwischen önologischen Studien - über die geballte Ladung Neue Musik auf Kulturwoche.at berichten.
Diese Ausgabe huldigt einen ganz Großen der österreichischen Musiklandschaft: Roland Josef Leopold Neuwirth feiert am 31.10. seinen 60. Geburtstag, Kulturwoche.at gratuliert herzlich und freut sich bereits auf die DVD, die im Rahmen seiner beiden Geburtstagskonzerte im Orpheum Wien am 30.10. (Beginn: 15 Uhr und 20 Uhr) aufgezeichnet werden.
"Diese feige Ausrede verwenden gerade die, die solch unausgereifte und beliebig biegbare Gesetze, die zu so vielen, an den internationalen Menschenrechten kratzenden Härtefällen führen, beschlossen haben. Die Kritik an dieser Politik ohne Gewissen muss und wird immer lauter werden in der Hoffnung, dass die Regierungsparteien sich doch möglichst bald wieder auf ihren sozialen und christlichen Background besinnen", schrieb uns der Musiker, Fotograf und Visual-Artist Werner Puntigam, nachdem wir einige Musiker zur Abschiebung der 8-jährigen Komani-Zwillinge und deren Vater um ein Statement baten. Was Werner Puntigam sonst noch zum 'Härtefall Fekter' zu sagen hat, und was die anderen befragten Musiker/innen - Georg Breinschmid, Meena Cryle, Roland Neuwirth, Violetta Parisini, Walther Soyka und Irmie Vesselsky - zur Deportation meinen, kann man im Artikel Härtefall Fekter: Über das Unrecht Kinder zu deportieren nachlesen.

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