Am Ende des Films vergießt Meg White Tränen und scheint untröstlich. Genauso wie wir, wenn wir uns ausmalen, dass es tatsächlich sein könnte und die White Stripes nicht mehr Teil unserer Gegenwart und Zukunft sind.
Im Rahmen der Diagonale 2010 wurde der Dokumentarfilm "Himmelwärts" gezeigt, der vom Piaristenpater Hartmann Thaler handelt. Der Film zeigt nicht nur den Alltag des 92-jährigen, sondern weckte auch seine Lebenserinnerungen auf. Nicht zuletzt ist es auch ein Film über Spiritualität. Ein Begriff, der im Gespräch mit Filmemacherin Jacqueline Kornmüller ebenfalls immer wieder auftaucht.
Polyethylen, Polypropylen, Polyvinylchlorid, Phthalate, Nonyphenol, Polystyrol, Polyurethan, Polyethylenterephthalat, Acetaldehyd, Polycarbonat, Bisphenol – und, ach, das sind ja bloß die gebräuchlichsten Kunststoffe, mit denen wir es tagtäglich zu tun haben. Was wo dahinter steckt und welche Risiken und Nebenwirkungen auftreten können, davon handelt der investigative Kinodokumentarfilm "Plastic Planet" von Werner Boote.
"Neues vom Wienerlied" lautet der Untertitel der nun endlich auf DVD erhältlichen Doku "Herzausreisser" von Regisseurin Karin Berger. Ein Film, der sich ins Nachkriegs-Wien begibt und von dort den Weg des Wienerliedes der Gegenwart sucht und freilich auch findet.
Teil 1
Teil 2
Ein Gespräch über Zweck und Inhalt des Films "Herzausreisser", der nun auch endlich auf DVD im schmucken Digi-Pack mit einer Bonus-CD erhältlich ist, und über die Rolle vom Wiener Volksliedwerk. Gesprochen wurde natürlich auch über Künstler und Bands wie Doris Windhager, Walther Soyka, Roland Neuwirth, Die Strottern und Kollegium Kalksburg, die, wie kaum andere, das "Neue" im Wienerlied verkörpern.
Das Gespräch mit Regisseurin Karin Berger führte aber auch hinein in den Grenzbereich der Erträglichkeit des Wienerliedes - Stichwort Heinz Conrads - bis hin zu den unterschiedlichen Aspekten im Werk von Hermann Leopoldi. //
Interview und Text: Manfred Horak
Foto: © Polyfilm
"In meiner Erinnerung aus den 1980er Jahren war die Rubljovka eine idyllische Landstraße, an der die sowjetische Crème de la crème ihre Datschen von Väterchen Staat zugewiesen bekam. Diese rasante gesellschaftliche Veränderung eines dreißig Kilometer langen Landstrichs war für mich der zündende Funke zur filmischen Erforschung dieses Phänomens. Schon meine erste Recherchereise im Winter 2005 ergab, dass die Glitzerwelt der Neureichen sich hinter Mauern, Panzerglaslimousinen und streng bewachten, abgeriegelten Siedlungen verbirgt. Die zweispurige schmale Straße hat sich in einen Hochsicherheitstrakt verwandelt. (...) Die allgegenwärtige Präsenz von allerlei Bewachungsdiensten wird mit Terrorgefahr gerechtfertigt. Vor siebzehn Jahren hatte ich Russland wegen seines menschenverachtenden Systems verlassen. Unter Jelzin war das Riesenreich auf halbem Wege zur Demokratie, heute ist die Staatsordnung autoritärer als in den letzten Jahrzehnten der Sowjetära." So beschreibt Irene Langemann die Ausgangssituation zu ihrem Dokumentarfilm "Rubljovka - Straße zur Glücksseligkeit".
Rubljovka heißt jene Straße, die das Zentrum Moskaus in westlicher Richtung mit der russischen Provinz verbindet. Ihre Umgebung zog in allen Zeiten die herrschende Elite an: Zaren, Diktatoren, Präsidenten. Auch das heutige Staatsoberhaupt Putin wohnt naturgemäß hier. In Putins Russland ist Rubljovka zum Synonym von Reichtum, gesellschaftlichem Aufschwung und dekadenter Lebensart geworden. Spuren der Vergangenheit und groteske Auswüchse des russischen Kapitalismus bilden hier einen bizarren Mikrokosmos, den es sonst nirgendwo im Riesenreich gibt. Der brisante Film - brisant auch deshalb, weil vieles trotz angeblicher Demokratie im Geheimen gedreht werden musste - zeigt die absurden Schnittstellen zwischen neureicher Glitzerwelt und den verarmten Einheimischen.
Die Filmemacherin Irene Langemann sprach dabei mit beiden dieser Rubljovka-Welten. Im Mittelpunkt aber stehen gewissermaßen die Aussagen eines heranwachsenden Jungen, der sich vor laufender Kamera traut die Demokratie in Russland in Frage zu stellen. Ich traf mich mit der Filmemacherin im Rahmen der Viennale 2007. //
Interview und Text: Manfred Horak
Foto: Besim Mazhiqi, Institut für Migrations- und Aussiedlerfragen
Das Thema des Dokumentarfilms "From the Ground up" ist Kaffee und zeigt sämtliche Phasen der Kaffeeproduktion - Anbau, Ernte, Verarbeitung, Distribution, Abfüllung und Verkauf -, um die Tatsache aufzuzeigen, dass die meisten natürlichen Ressourcen und Produkte, die wir verwenden, zuerst durch die Hände von hunderten von Menschen in zahlreichen Ländern gehen müssen.
Su Friedrich fordert auch dazu auf, über die Produktionskette nachzudenken - beginnend bei einem Berghang in Guatemala, bedeckt mit hunderten von Kaffeesämlingen, endend bei einem Handkarren in Manhattan, wo den frühmorgendlichen Arbeitern ihr täglicher Kaffee serviert wird. Ein Film, den man unbedingt sehen sollte, umso mehr, wenn man selbst gerne Kaffee trinkt. Das Interview mit Su Friedrich fand im Rahmen der Viennale statt. //
Interview und Text: Manfred Horak
Foto: Viennale/Alexander Tuma
Das Team um parallel universe brachte 2004 den ersten Dokumentarfilm "info wars" heraus. Der Film zeigt die erste Generation von Internetaktivisten, ihren Umgang mit Globalisierung und der zunehmenden Macht der multinationalen Konzerne. Gleichzeitig beschreibt der Film auch den Kampf um die Kontrolle der ultimativen Ressource der Informationsgesellschaft: Die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit.
"The War on Drugs" ist der zweite Dokumentarfilm von parallel universe. Mehr als drei Jahrzehnte sind vergangen seit Richard Nixon den 'Krieg gegen Drogen' ausgerufen hat. "The War on Drugs" zeigt die Folgen des Krieges anhand der Situation in Kolumbien und den USA.
Der Film ist in 3 Teile gegliedert:
"Plan Colombia" zeigt die Auswirkungen der amerikanischen Drogenpolitik in Kolumbien. Seit Jahren gehen die USA mit Plan Colombia gegen den Drogenhandel vor. Dabei werden unter anderem die Koka- und Mohnanbaugebiete aus der Luft mit Pflanzenvernichtungsmittel besprüht.
In "Rule of Law" erläutert Kevin C. Whale (DEA) die Mission seiner global agierenden Drogenpolizei. Kritik kommt an dieser Stelle von Mitarbeitern des Institutes für Policy Studies, der Drug Policy Alliance und des Common Sense for Drug Policy.
"Land of the Free" beschäftigt sich mit den Auswirkungen des Krieges auf die US-Gesellschaft. In den USA selbst wurde das größte Gefängnissystem der Welt aufgebaut. Die Schicksale von Richard Paey und Sharanda Jones zeigen symptomatisch was das für den Einzelnen und für die Gesellschaft bedeutet.
"The War on Drugs" startet gleichzeitig im Kino und ist als kostenpflichtiger Download im Internet erhältlich, sowohl im DivX Format als auch in DVD-Qualität. //
Interview und Text: Stephanie Lang
Podcast-Produktion: Manfred Horak
Fotos: PR
Ein britischer Lokführer, eine philippinische Mutter, ein südafrikanischer Aktivist und die Bürger einer bolivianischen Stadt:
Sie kämpfen bereits gegen das, was uns alle erwartet: den GROSSEN AUSVERKAUF.
"Privat" - das ist auf den ersten Blick ein äußerst sympathisches Wort. Was privat ist, gehört einem, ist vertraut und intim. Man kann damit machen, was man will. Aber was passiert, wenn plötzlich Dinge die jeder Mensch braucht und auf die jeder Mensch einen Anspruch hat, zur Privatsache einiger weniger werden? Trinkwasser zum Beispiel, oder Gesundheit, Schulbildung oder öffentliche Verkehrsmittel? Was, wenn die wenigen, die es als ihr Eigentum betrachten, damit machen, was sie wollen?
Ebendies geschieht seit einigen Jahren weltweit. Privatisierung ist zu einem Wort geworden, das immer mehr Menschen als bedrohlich empfinden. Privatisierung bezeichnet nicht nur den Verkauf von staatlichen Unternehmen. Privatisierung ist auch die Aufgabe von vormals öffentlichen Diensten, der leise Rückzug der Gesellschaft aus ihrer kollektiven Verantwortung. Privatisierung ist ein Stück Entsolidarisierung. Stephanie Lang traf sich mit dem Regisseur Florian Opitz zu einem ausführlichen Gespräch, der mit DER GROSSE AUSVERKAUF einen packenden und sicherlich auch stark polarisierenden Dokumentarfilm über ein sehr komplexes Thema realisierte. //
Interview: Stephanie Lang
Text und Podcast-Produktion: Manfred Horak
Foto: Filmladen
Unsere Podcast-Reihe Filmkultur beschäftigt sich diesmal mit dem Mythos Marlene Dietrich und der dazu gehörenden Ausstellung und Filmreihe in der Österreichischen Filmgalerie in der Kunstmeile Krems in Niederösterreich. Marlene Dietrich ist eine der wenigen Persönlichkeiten, die schon zu Lebzeiten zur Ikone wurde. Mit ihrer Schönheit, erotischen Ausstrahlung und einzigartigen Unabhängigkeit erfüllte sie über Jahrzehnte kollektive Wunschbilder und Phantasien.
Josef von Sternberg hat das Image der geheimnisvollen, erotischen Frau mit seinen Filmen weltberühmt gemacht. Doch Marlene Dietrich hat zeitlebens an der Perfektionierung dieser einzigartigen Kunstfigur Dietrich gearbeitet. Ihre ambiguitiven Selbstinszenierungen und Aussagen machen sie noch heute zu dem, was sie schon zu Lebzeiten war: ein Mythos.
Erstmals wird in Österreich diesem Mythos mit einer Ausstellung Rechnung getragen. In enger Zusammenarbeit der Österreichischen Filmgalerie mit der Marlene Dietrich Collection der Deutschen Kinemathek Berlin werden einzelne Facetten des Mythos Marlene Dietrich mit zum Teil bisher unveröffentlichtem Material aus dem Nachlass von Marlene Dietrich transparent und spürbar gemacht. Zahlreiche Filmausschnitte und Privataufnahmen, Fotografien, persönliche Briefe, Dokumente, Kostüme und Accessoires aus dem persönlichen Nachlass von Dietrich stehen im Zentrum der Ausstellung. Erstmals werden auch Dokumente ihrer mehrfachen Reisen nach Österreich in einer Ausstellung der Öffentlichkeit näher gebracht.
Zu Gast in Krems war David Riva, der Enkel von Marlene Dietrich, der nicht nur viel zu erzählen hatte, sondern auch den Film "Marlene Dietrich: Her Own Song" und sein Buch "A Woman at War: Marlene Dietrich Remembered" erstmals in Österreich präsentierte. //
Text und Podcast-Produktion: Manfred Horak
Fotos: Niko Formanek, Österreichische Filmgalerie, Marlene Dietrich Collection
Der Dokumentarfilm "Am Limit" ist der letzte Teil der Sport Trilogie von Pepe Danquart. Es geht um die beiden Extremsportler Alexander und Thomas Huber, auch bekannt als Huberbuam. Die Brüder halten als Team diverse Rekorde im Speedklettern, und werden im Film dabei beobachtet, wie sie versuchen ihre selbst gesteckten persönlichen Ziele zu erreichen.
Herausgekommen ist ein Film über das Scheitern. Er feiert einerseits spektakuläre Bilder "in der Wand", andererseits wunderschöne Stillleben unzivilisierter Natur. Dazwischen gibt er Menschen Raum über ihre Erfahrungen zwischen diesen Welten zu philosophieren. Stephanie Lang traf sich sowohl mit dem Regisseur wie auch mit dem Extremsportlerbrüderpaar. //
Interview: Stephanie Lang
Text und Podcast-Produktion: Manfred Horak
Foto: Kinowelt
New New West ist das Motto des neuen Projekts „Drama X Herbstausflug“, in dem fünf Regisseure fünf Dokumentarfilme für die Bühne adaptieren. Jedes Projekt dauert ca. 90 Minuten, und versucht mit den Mitteln der Bühne die Inhalte der Dokumentarfilme zu transportieren, bzw. zu übersetzen.
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