Ein ungewöhnlicher Bandname wie Schenis braucht ein
ungewöhnliches Art-Work. Wessen Zähne da vom CD-Cover entgegenblinken wissen
wohl nur Sängerin Nika Zach und ihr musikalischer Compañero Michl Hornek.
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Die Verblüffung ist groß, wie hier die
musikalische Neigung
(Electro Pop, Jazz und Contemporary Songwriting) mit variablem
Sounddesign
kombiniert wird. Wirklich fesch anzuhören, so auch gleich der
Titeltrack und
gleichzeitige Eröffnungsnummer, die wie eine Stimme aus der
Vergangenheit ins
Heute rübertönt und erklärt "that I'm a little bit / shockheaded and
crazy
with a feministic tic". Dazu vermengt sich eine unzerstörbar schöne
Melodie mit
allerlei erdenklichen Klangspielereien. Prima Einstand, das nach mehr
verlangt.
Also gleich rein in die nächsten neun Nummern, die an dieses hohe
Niveau
vielleicht nicht mehr ganz heranreichen, aber dennoch weit überm
Durchschnitt
anzusiedeln sind. So glänzt z.B. "Soulmate" mit verhatschten Momenten
und marschverdächtigem
Trommelwirbel und "Spiderman" mit einem sehr schönen Liedaufbau. Auch
schräge Momente gibt es, hervorragend ausgearbeitet in "Mr. Baker", das
tief in
die technische Trickkiste eingetaucht wurde. Nika Zach versteht es ihre
Stimme gut
zu positionieren wenn sie mit ernster Stimme die späte Stunde besingt
("Lullaby") oder Zerbrechlichkeit an den Tag legt ("Mango"). Gut
gefallen auch
die psychedelischen Anleihen, die sich wie ein roter Faden durch die
Lieder
ziehen, Zach umschreibt es auf ihrer Webseite als "viele bunte
Klaviere die
alle verschieden klingen, leuchtende Trompetentiere und anderes Gehörn,
phantastische Geräusche aus Plastik, Gold und Silber, ein Paradies an
Verschiedenheit". Soundbasteleien, bei denen man sich nicht die
Zähne ausbeißt, sondern die einem ein rundum geglücktes Hörvergnügen
bereiten. (Manfred Horak)
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