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Halbwegs amüsant wurde es bei der Präsentation der Amadeus-Award-Erneuerung,
als Niko Alm die Voting-Möglichkeiten aufzählte. Ein Hauptinstrument dabei ist
das Widget (siehe rechts oben), wobei Alm auf eine Definition verzichtete, wenn auch nicht aus
Zeitgründen. Zum ersten Mal tauchte der Begriff als Abfüllmethode für Dosenbier
(Floating widget) auf. Danach tauchte Widget in den frühen 1990er Jahren als
kleiner Wächter aus dem Sternbild Orion in einer Zeichentrickfilmserie auf, ihn
kann man durchaus als ideellen Vorläufer betrachten, denn obwohl er eher
unfreiwillig auf der Erde gelandet ist, machten die Weisen das Beste draus und
erteilten ihm viele Aufträge. Und: Widget war zwar klein, hatte aber eine Menge
Tricks drauf. Somit sind wir also in der Gegenwart bzw. in der Zukunft vom
Amadeus Award. Das dafür eingesetzte Widget ist nämlich nichts anderes als ein
kleines Programm, das in ein anderes Programm eingebunden wird. Hier erfüllt es
den Sinn eines quasi elektronischen Wahlzettels. Das Publikum entscheidet also, was die Amadeus-Jury vorselektierte. Die
Gewinner werden ausschließlich via Online-Publikumsvoting ermittelt. Das Voting
startet ab sofort und läuft bis inklusive 26. August 2009. Die Gewinner werden
in der Amadeus Awardshow am 10. September 2009 präsentiert, die uns hoffentlich
die Peinlichkeiten der letzten Shows, mit Schaudern sei noch an jene von 2008 und 2007 erinnert, erspart. Das Voting-Tool kann also auf
jeder Homepage eingesetzt werden, die Amadeus-Erneuerer hoffen freilich auf
rege Beteiligung (jede/r darf und kann einmal pro Woche und E-Mail-Adresse voten,
was zugleich bedeutet, dass vor allem Fans angesprochen werden, die wissen, wie
man eine Unzahl an E-Mail-Adressen innerhalb kürzester Zeit generiert und denen
es auch nicht zu blöd ist jede abgegebene Stimme mit einem Klick zu bestätigen).
Die Hauptkommunikationsdrehscheibe dabei ist natürlich die Amadeus Award Seite
selbst, sowie
jene des Sponsor-Partners und jene auf der Facebook-Fanpage.
Neu ist aber
nicht nur die Ermittlung der Amadeus-Gewinner, sondern auch die Amadeus-Trophäe,
die bei der Gala überreicht werden. Man erinnere sich vielleicht noch, zumindest
sinngemäß, an die Worte von André Heller, als dieser einen Amadeus
entgegennahm: "Das ist die hässlichste Trophäe, die ich jemals erhielt." Über
den neuen Amadeus würde er sich mehr freuen. Soweit die progressiven Änderungen,
werfen wir daher einen Blick auf das Wichtigste, auf die Genre-Kategorien. Noch
immer ist Schlager und Volkstümliche Musik dabei, noch dazu in zwei separaten Kategorien,
und immer noch ist das Dreigestirn Jazz/World/Blues in einer einzigen Kategorie
zusammengefasst. Unverständlich, einfach unverständlich. Ebenso unverständlich
ist der Verzicht auf die Sparte Songwriter/Folk/Liedermacher - wie auch immer
man es nennen möge. Was lernen wir daraus? Das Nockalm Quintett ist Schlager, Hansi
Hinterseer ist Volkstümliche Musik, Ernst Molden ist Jazz/World/Blues, Gustav
ist Alternative und Clara Luzia ist
Pop. Na Bravo. Weitere Kategorien: Album (hier treten u.a. DJ Ötzi gegen Die
Strottern & Jazzwerkstatt Wien an), Song (hier treten u.a. Soap & Skin
gegen Simone an), sowie Musik-DVD (z.B. Semino Rossi oder Joe Zawinul). Eine
typisch österreichische Reform also? Durchaus. (Manfred Horak)
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Genre-Kategorien
Alternative/Rock,
Electronic/Dance, Hard&Heavy, HipHop/RnB, Jazz/World/Blues, Pop, Schlager, Volkstümliche Musik
Allgemeine
Kategorien
Album, Song, Musik DVD, FM4 Award
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