Dies sang einmal Georg Danzer, dessen Lebenswerk (27 Studio-Alben! Wobei: es gäbe noch mehr, aber einige mussten außen vor bleiben) nun in einer Remastered-Serie, teilweise erstmals auf CD, vorliegt. Remastered (hier muss man eigentlich sagen: erneut remastered) wurden auch die 14 Studio-Alben von Pink Floyd. Beiden widmen wir eine groß angelegte Artikel-Reihe, die jeweils ersten drei Teile sind bereits Online.

Als Literaturwissenschaftlerin ist Hip Hop für mich vor allem eines: Die größte Kunstform. Jeder MC, der sich nicht für die typischen "Ich bin geil, ihr seid scheiße"-Texte hergibt ist ein einzigartiger Lyriker. Für das Schreiben von Raptexten braucht man vor allem Übung und auch eine gehörige Portion Talent für den Umgang mit Sprache.
Jazz und Artverwandtes setzt sich auch in dieser Ausgabe des Kulturbriefs durch, nicht nur, aber auch. Neben einem Rückblick auf das Konzert von Ben Sidran im Porgy & Bess gibt es einige detaillierte Blicke auf die aktuellen Alben u. a. von Marilyn Mazur, Pee Wee Ellis, Madeleine Peyroux und Cyndi Lauper, deren Konzerte beim Jazzfest Wien ja allesamt noch anstehen. Des weiteren werfen wir einen Blick auf Nova Rock 2011 zurück und berichten, was kommt, z.B. das SPLASH! Festival in Gräfenhainichen bei Leipzig und die Uraufführung vom Theaterstück Guter Morgen Marienthal: Ein Stück Arbeit, inspiriert von der unter Soziologen weltweit bekannten Studie „Die Arbeitslosen von Marienthal“ wie auch von dem Buch „Vita Activa oder Vom Tätigen Leben“ der deutsch-amerikanischen Politikwissenschaftlerin des 20. Jahrhunderts, Hannah Arendt. Als in den dreißiger Jahren des vorigen Jahrhunderts ein ganzes Dorf mit einem Schlag arbeitslos wurde, folgte nicht Revolte, sondern Resignation - die Einwohner versanken in tiefer Apathie. Zu sehen ist das Theaterstück am Ort des damaligen Geschehens, in Gramatneusiedl. Lesenswert ist auch der Gastkommentar von Monika Herschberger über das kürzliche zu Ende gegangene Kunst- und Kulturfestival TATORT Hernals. Und noch ein Rückblick: Katharina Fischer besuchte das Filmfestival Identities und berichtet über die erinnerungswürdigsten Filme. Apropos Film: Kate Bush veröffentlichte quasi soeben mit Director's Cut einen weiteren Meilenstein in ihrer Karriere. Auf ein Album von ihr muss man ja in der Regel einige Jahre warten, sich also ziemlich gedulden, aber es lohnt sich immer wieder. Anzubieten haben wir auch zwei Interviews. Jenes mit Heather Nova, das Robert Fischer führte, sowie das im Spaceroom zwischen Wien und Auckland entstandene Podcast Interview mit einem der führenden Orgel-Spieler, James Tibbles. Und weil das Stichwort Podcast gefallen ist: Nicht vorenthalten möchte ich wieder einmal die Audio-Podcast-Charts bei iTunes. Zurzeit sind wir mit einer Episode aus der Podcast-Reihe Kulturviertelstunde unter den Top 3, mit zwei Episoden unter den Top 4, mit sechs Episoden unter den Top 30, mit 10 Episoden unter den Top 100 und mit 23 Episoden unter den Top 200. Ergibt eine ziemlich gute Quote, wenn man das mal so flapsig formulieren darf. Und auch die Podcast-Reihe als Ganzes ist weiterhin Top platziert, nämlich auf Rang 5 in der Kategorie "Darstellende Kunst", bzw. auf Platz 30 in jener Wertung der iTunes-Charts, in der alle Sparten zusammengefasst sind. Da kann man nur sagen: Danke an die vielen Hörerinnen und Hörer! Somit wünscht die Redaktion eine apathiefreie Kulturwoche. (Manfred Horak; 30.6.2011)
...ist in dieser Ausgabe des Kulturbriefs der Schwerpunkt, und das hat seinen guten Grund, startet doch bereits am 15.6. das 21. Jazz Fest Wien, und zwar mit Marianne Faithfull und Matt Dusk. Das Eröffnungskonzert ist gleichzeitig eine Charity Gala für United Nations Women's Guild, jener Organisation, die sich für weltweit in Not geratene Kinder und Mütter einsetzt. Das diesjährige Jazzfest bietet ein super Programm mit erdenklich vielen Höhepunkten, wir haben für Euch eine (erste) Auswahl an CD-Rezensionen zusammengestellt und hieven noch einmal unser Interview mit Saxofour an die Oberfläche. Darüber hinaus gibt es auch jede Menge Eintrittskarten zu diversen Jazzfest-Wien-Konzerten zu gewinnen. Diesmal sind die Juni-Konzerte an der Reihe, beim nächsten Kulturbrief geht es diesbezüglich munter weiter. Und noch ein weiteres Festival startet diese Woche, allerdings zum ersten Mal, nämlich das Kunst- und Kulturfestival TATORT Hernals mit Kunst aus allen Sparten. In einem Zeitraum von zehn Tagen, zwischen 16. und 26. Juni 2011, werden ausgewählte Orte zwischen Elterleinplatz und Ottakringer Straße zum Experimentierfeld künstlerischen Handelns und Erlebens. Durch verschiedene künstlerische Projekte wie Ausstellungen, Performances und Interventionen im öffentlichen Raum, rückt der Vorstadtbezirk Hernals in den Fokus der Aufmerksamkeit. Künstler und Künstlerinnen, die in Hernals sowie auch überregional tätig sind, lassen sich auf die Begegnung mit bekannten und unbekannten Orten ein. Offiziell eröffnet wird der Veranstaltungsreigen am 18. Juni 2011 um 16 Uhr im Basislokal in der Geblergasse 47 in 1170 Wien. Diese 'low budget Festwoche Hernals' verspricht im Übrigen weitaus spannender zu werden als die 'Big Budget Festwochen', die wir gerade (zum Teil mit Schaudern; Stichwort Frank Castorf 'Der Spieler') erleben. Zwei Rückblicke (Wastwater und Mission) gibt es bereits zum Nachlesen, weitere werden folgen. Somit wünscht die Redaktion eine möglichst erfreuliche Kulturwoche. (Manfred Horak; 14.6.2011)
Kürzlich feierte Wolfgang Niedecken von BAP seinen 60er, und jetzt ist Udo Lindenberg dran. 65 ist er nun, der u. a. den Satz prägte, "Alle Tage sind gleich lang jedoch verschieden breit". Während Rio Reiser mit Ton Steine Scherben den Schlüssel für Rock in deutscher Sprache fand, riss Udo Lindenberg mit dem Panik-Orchester und mit seiner schnoddrigen Alltagssprache die Türen weit auf. Dass er mit seinem bislang letzten Album Stark wie Zwei ein Udonautisches Album allererster Güte vorlegte und damit einen Riesenerfolg feiern konnte, haben nicht mehr allzu viele erwartet, aber für überraschende Lindenwerke war der Panik-Präsident ja immer wieder gut. Zu seinem 65er jedenfalls gibt es in Neuauflage zwei Bildbände, und wir zeigen euch, was man darin sehen und lesen kann. Und auch ein guter Freund von Lindenberg feierte dieser Tage (seinen 70.) Geburtstag: Eric Burdon. Und weil wir schon bei der Zahl 70 sind: Am 24.5. wird Bob Dylan 70; rund um seinen Geburtstag sind eine Vielzahl an Festivitäten im Gange, auch in Wien, z.B. ein mehrtägiges Symposium mit internationalen und hiesigen Dylanologen (19.-21.5.) im Amerikahaus, bis hin zu einem mehrstündigen Gesprächsabend am 26.5. in der Arena Bar (1050 Wien) mit Musikern, Literaten, Schauspielern und sogar einem Zen Meister, Live-Musik inklusive. Mehr über Dylan gibt es im nächsten Kulturbrief. Für diese Ausgabe sind wir einige Fragen nachgegangen, z.B. Wie Branka sich nach oben putzte, ob sich Nadine Beiler für das Song Contest Finale von Mireille Mathieu etwas auslieh, und warum Prokrastination zum Kurzschluss führt. Darüber hinaus gibt es wie immer einige Interviews, diesmal mit den MCs Flip, Huckey, Laima und Skero von Texta, sowie mit Edo Zanki, Julia Neigel und Lizzie Nunnery.
Wir berichten über die emotionale Identifikation und dem Qualitätssiegel der Musik Box Austria, wir befassen uns ausführlich mit Alben wie "Die Manifestation des Kapitalismus in unserem Leben ist die Traurigkeit", kurz: DMD KIU LIDT, wir sprachen mit Sängerin Mary Lamaro von der Mary Broadcast Band, wir unterhielten uns mit dem Klassikmusiker Firmian Lermer über Mozarts Divertimento und führten ein Interview mit der Fotografin Nadja Meister über Pressefotografie als Beruf und Leidenschaft. Und: Wir werfen einen Blick auf Viennafair 2011 und haben nochmals nachgehört, was ein Solitär wie Bob Dylan auf seinem Debüt-Album sang (er wird im Mai 70 und - z.B. am 26.5. in der Arena Bar Wien - groß abgefeiert). Darüber hinaus gibt es jede Menge Rezensionen, sowie Konzertkritiken - von Pearl Jam, Paul Simon, Bruce Cockburn und Richard Thompson bis hin zu Texta, Bodo Wartke und In Extremo. Wir hörten vergleichsweise die neuen Alben von Attwenger und von BAP auf CD und im guten alten Vinyl-Format, und wir befassten uns mit Begriffen wie "Extremismus" und "totalitär" anhand des Buchs Dämonisierung durch Vergleich: DDR und Drittes Reich. Schließlich bieten wir Euch noch einige Live-Tipps, allen voran das Seewiesenfest im oberösterreichischen Kleinreiflingen am 28. Mai. Es gibt also wieder jede Menge zu lesen und zu hören. Die Redaktion wünscht somit eine unterhaltsame Kulturwoche. (Manfred Horak; 11.5.2011)
heißt das erste Lied auf dem neuen Paul Simon Album "So Beautiful or So What". Aber keine Sorge: Das Rennen um das erste Weihnachtsalbum 2011 ist damit nicht eröffnet, man kann es eher in jene Sorte von Song einordnen, wie wir es bereits z.B. von Lou Reed ("Xmas in February") oder von Steve Earle ("Christmas in Washington") kennen. Paul Simon ist nicht der einzige aus der älteren Musikergeneration (der Mann wird heuer 70), der ein neues gutes (wenn nicht sogar sehr gutes) Album vorlegt, da wäre z.B. auch Bruce Cockburn mit "Small Source of Comfort". Und weil jeder vom Paul Simon Album schwärmt (wie erwähnt, es ist ein gutes) - was Cockburn da vorlegt ist phänomenal, nicht nur, wenn er im Song "Call me Rose" singt: "My name was Richard Nixon only now I'm a girl / you wouldn't know it but I used to be the king of the world." Ho! Ho! Ho! Der 66-jährige Kanadier tourte übrigens immer wieder mal mit Richard Thompson, der wiederum im Vorjahr das Album "Dream Attic" veröffentlichte und heuer zum Jazzfest Wien und zum Musikfest Waidhofen/Thaya kommt. Nach 26 Jahren Österreich-Abwesenheit! Das muss groß gefeiert werden, so wie ja auch Bob Dylan zum 70er in Wien groß abgefeiert wird.© 2006-2020 - kulturwoche.at - Impressum